Kosher Cooking 101

Diese Woche hatte ich die große Ehre, das ich bei uns im HPP (dem obdachlosen Projekt von DOROT) kochen durfte.

Wie ich euch schon geschrieben habe, gibt es im HPP jeden Abend Dinner für unsere aktuellen Klienten und auch die ehemaligen Klienten (Aftercare Klienten), wenn sie den kommen. Normalerweise werden bei diesen Dinners einfache Frozen Meals (gefrorene Mahlzeiten) für die Klienten im Ofen warm gemacht und ihnen dann serviert. Diese Frozen Meals kann man sich wie Flugzeugessen von der große der Portion und dem Geschmack vorstellen, aber es macht immerhin die Leute satt. Dabei reicht die Palette an Auswahl von Truthahn oder Lachs Burger, Hackbraten, Fleischklöße mit Spaghetti, Ravioli bis zu dem All Time Favorit der Klienten Hühnchen Brust oder Keule. Manchmal kann es sein das wir all diese Gerichte und sogar mehr zur Auswahl haben, das ist meistens dann der Fall, wenn wir gerade eine Lieferung bekommen haben, aber wenn es zum Ende des Monats hin geht, dann können auch schon mal nur noch drei oder vier Gerichte zur Auswahl übrig sein.

Das ist die Art und Weise von Dinner, die unsere Klienten jeden Tag bekommen, außer am Donnerstag, da gibt es immer ein besonderes Essen. Denn am Donnerstag kommt nicht nur ein Freiwilliger um die Tische zu decken und die Frozen Meals zu machen. Nein dann kommt auch noch extra ein weiterer Freiwilliger oder auch mal gerne zwei, die dann ein frisch gemachtes Essen an dem Abend kochen. Dabei sind manche von den Freiwilligen richtige Köche oder wie ich einfach jemand der gerne kochen mag und die Klienten daran teilhaben lassen will.

Dadurch das Donnerstags immer frisch gekocht wird, kommen dann auch immer mehr ehemalige Klienten zu dem Essen und es können manchmal bis zu 30 Leute in unserem kleinen Gemeinschaftsraum werden.

Ich habe diesen Donnerstag für unsere Klienten einen Deutschen Kartoffel Eintopf gekocht, so habe ich ihn zu mindestens genannt. Denn eigentlich kommt das Rezept, wenn man es denn überhaupt Rezept nennen kann, von der Werkwoche im Zivildienst 2010, als wir Zivildienstleistenden alle zusammen gekocht haben und dabei an einem Tag dieser Kartoffel Eintopf bei raus kam.

Im Grunde genommen ist er ganz simpel zu machen. Man brauch nur Kartoffeln, jede Menge Gemüse und ein wenig Hackfleisch das man vorher anbrät und dann später zum Eintopf dazu gibt. Schon hat man einen riesigen Topf mit jede Menge leckerem Gemüse und auch noch etwas Fleisch, für die Fleischfresser unter uns.

Doch ganz so einfach sollte es diesmal für mich nicht werden, denn dadurch dass das HPP zu DOROT gehört und DOROT eine jüdische Organisation ist heißt es auch bei uns in der Küche, koscher Kochen.

Koscher kochen klingt im ersten Moment eigentlich ganz simpel: Man darf beim Essen kein Fleisch und keine Milch miteinander mischen doch so einfach soll es dann nicht bleiben.

Denn zu dieser Regel kommt noch das Schweinefleisch auch nicht koscher ist. Wenn man gerade Milch getrunken hat oder Fleisch gegessen hat darf man für zwei bis sechs Stunden nicht das andere Verzehren. Die Dauer der Zeit, wie lange man das andere nicht verzehren kann kommt darauf an, wo man sich in der Welt befindet, ein System das ich auch nicht verstanden habe. Und wenn man es ganz und gar koscher haben will dann kauft man nur Produkte die auch einen offiziellen Koscherstempel haben. Diesen dürfen nur bestimmte Rabbiner ausgeben, die sich vorher die komplette Produktion des Produkt anschauen, danach die Produktion segnen und damit sicherstellen das die Produktion koscher abläuft und gesegnet ist. Beim Schlachten von Tieren geht das sogar soweit, dass immer ein Rabbiner dabei anwesend sein muss und all diese Dinge machen koscheres Essen unglaublich teuer.

Zu meinem Glück ist das HPP aber nicht so koscher, das ich alles koscher kaufen musste, sonder nur das Fleisch und das bekam ich beim Koscher Market Place. Dort bezahlte ich dann für sieben Pfund koscheres Hackfleisch 43$ was umgerechnet rund 32€ sind.

Das Ende vom Lied war, der Deutsche Kartoffel Eintopf hat allen Klienten und auch meinen Kollegen super gut geschmeckt, auch wenn es in diesem Fall eher eine Suppe war und ich soll auf jeden Fall wieder kochen, an einem Donnerstagabend.

Ich hoffe ich konnte euch damit mal einen kleinen Einblick in meinen aktuellen Alltag gewähren und auch ein bisschen was vom jüdischen Alltag zeigen.

Nächste Woche steht dann alles im Zeichen des Truthahns und dem großen Amerikanischen Fest Thanksgiving.

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