Vorbereitungsseminar Hirschluch

Das erste Seminar in Hirschluch ist nun so gut wie vorbei und bald geht es nun zum Flughafen Berlin Tegel und von dort aus dann über Frankfurt nach Philadelphia. Doch zuvor möchte ich noch einmal die Seminarwoche in Hirschluch Revue passieren lassen:

Die Woche über in Hirschluch gab es immer etwas zu tun, denn wenn Aktion Sühnezeichen mal nicht etwas für uns geplant hatte, dann gab es immer noch 133 andere Freiwillige, die auch gerade nichts zu tun hatten. So lernte man also innerhalb von nur wenigen Tagen so viele neue Menschen kennen, wie sonst wahrscheinlich in einem halben Jahr nicht.

Doch auch die Aktivitäten, die Aktion Sühnezeichen mit uns veranstaltete sollen nicht ungenannt bleiben, so trafen wir uns in Ländergruppen zur Vorbereitung auf die neuen Länder und in sogenannten PAKs (Projekt Arbeits Gruppen), wo wir uns auf unsere Arbeit in den verschiedenen Bereichen vorbereiteten die da wären: Arbeit mit sozial Benachteiligten, mit Behinderten, mit Kindern und Jugendlichen, die Politische und die Historische Arbeit, sowie die Altenarbeit.

Aber wir waren nicht nur die ganze Woche in Hirschluch, sondern hatten auch an zwei Tagen Ausflüge nach Berlin. Der erste Ausflug war für alle am Sonntag, wo wir morgens in 44 verschiedene Gemeinden in und um Berlin gebracht wurden und dort noch einmal kirchlich in unser Friedensjahr verabschiedet wurden. Danach durften wir uns in Berlin zwischen drei verschiedenen Führungen entscheiden, oder auf eigene Faust Berlin unsicher machen.

Ich entschied mich für die Führung mit den Stadteilmüttern von Neukölln. Neukölln ist der größte Stadtteil von Berlin und über 60% der Einwohner haben einen Immigranten Hintergrund, sodass in Neukölln Menschen aus über 160 verschiedenen Nationen zusammen leben und einen interessanten Stadtteil aus Neukölln gemacht haben. Die Stadteilmütter sind Frauen die in Seminaren die Sprache, sowie die Bürokratischen Gegebenheiten in Deutschland gelernt haben und diese nun an andere ausländische Frauen im Stadtteil in Neukölln weiter geben. Die Führung war sehr interessant und ein starkes Kontrastprogramm zum Morgen, denn unsere Führung endete in einem kleinen Moschee von Neukölln, was für mich sehr interessant war, da ich das erste Mal in einer Moschee war.

Am Montag bzw. Dienstag je nachdem in welcher PAK man war fuhren wir dann zum Haus der Wannensee Konferenz und hatten dort ein Zeitzeugengespräch, sowie ein Führung durch das Haus. Es war für mich das zweite Zeitzeugengespräch und sehr interessant persönlich von Margot Friedlander zu hören wie sie während des Holocausts sich in Berlin für 15 Monate im Untergrund lebte und danach im Konzentrationslager Theresienstadt war wo Sie den Holocaust überlebte und dann ihren Ehemann kennen lernte. Die beiden sind dann zusammen in die USA ausgewandert und Margot Friedlander kehrte erst 2003 das erste Mal wieder nach Deutschland zurück nachdem ihr Ehemann verstorben war und Sie das Bedürfnis hatte Menschen von ihrer Zeit zu erzählen, während des 2. Weltkriegs.

Ein letztes Ereignis das ich noch erwähnen möchte war der Circus Sonnenstich der uns am Samstag besucht hat und uns einige Ausschnitte aus seinem Programm “Beziehungsweise” vorführte. Das besondere an dem Circus Sonnenstich ist, das die Artisten die das Programm aufführen keine normalen Artisten sind, sondern Menschen mit geistigen Behinderungen, die meisten davon mit dem Down Syndrom. Das machte den Circus gleich doppelt Begeisternd, den es ist eine Sache wenn einem trainierte Artisten etwas vorführen was man selbst nicht kann, aber bei diesen super netten und fröhlichen jungen Menschen ist man einfach nur noch überwältigt.

Das war also meine erste Woche als Aktion Sühnezeichen Freiwilliger. Es ist zwar natürlich noch einiges anderes passiert, aber dies waren die großen Highlights der Woche.

Bis zum nächsten Blogeintrag, denn ich dann aus den USA in Philadelphia schreiben werde um von der Orientierungswoche dort zu berichten.

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