Volunteer Voice’s from Chicago

Heute habe ich ein neues Video für euch aus meiner hoffentlich bald kleinen Reihe von Freiwilligen Stimmen (Volunteer Voice’s) in den USA.

Vor zwei Wochen habe ich euch das erste Video aus Cincinnati vorgestellt und heute geht es sozusagen weiter in meiner Mittleren Westen Tour nach Chicago wo ich euch dort die Freiwillige Alina vorstelle. Alina arbeitet in Chicago im Selfhelp Home welches sozusagen ein Altersheim für Jüdische Senioren ist und ihr dort einen unvergesslichen Einblick in die Arbeit mit älteren Menschen gibt, aber sie sich auch mit Geschichten aus dem Holocaust und Leben und Tod auseinandersetzen muss.

Euch nun viel Spaß mit dem Video und während ich das hier schreibe sitze ich schon wieder am nächsten Video um euch hoffentlich bald noch mehr Eindrücke aus den USA und der Arbeit von uns ASF Freiwilligen hier zusenden zu können:

Update vom 09.06.12: Wie ich gerade eben entdeckt habe ist das Video von Alina aus Chicago jetzt nicht nur mehr hier verlinkt sondern auch von ASF auf deren Facebook Seite klickt einfach hier um es euch anzuschauen.

Volunteer Voice’s from Chicago from 24 Cheeseburger Productions on YouTube.

Das Copyright des Videos liegt bei 24 Cheeseburger Productions.

Das Copyright der Musik liegt bei Kevin MacLeod.

Foto Set No. XVIII

Es ist mal wieder Zeit für neue Fotos nachdem es mehr oder weniger lange keine neues Fotos von mir gab.

Das es heute neue Fotos von mir gibt kommt vor allem daher weil ich zur Zeit mal wieder auf Reisen bin und während ich gerade diese Zeilen schreibe befinde ich mich auch nicht zu Hause in meinem Zimmer in New York, sondern bin bei den zwei Freiwilligen in Camden zu besuch, aber davon werde ich euch heute nicht berichten sonder viel mehr davon was letzte Woche den schon alles passiert ist denn ich bin mittlerweile schon wieder seit über eine Woche unterwegs und habe mal wieder vieles erlebt.

Der Hauptgrund das ich nach so kurzer Zeit seit meinem letzten Urlaub schon wieder auf Achse bin ist ein ganz einfacher, den wir hatten letzte Woche unser zweites ASF Seminar welches diesmal in Washington D.C. stattfand und eine ganze Woche ging. Ich selbst bin schon einen Tag früher angereist um mir sowohl schon mal die Stadt ein wenig anschauen zu können bevor das Seminar los ging, als auch um mit einer der beiden Freiwilligen aus Washington D.C. ein kleines Interview zu machen für euch und ASF.

Somit könnt ihr auf den ersten Bildern heute erst einmal wieder viel Sightseeing sehen und danach gibt es dann Bilder vom Seminar und unseren Aktivitäten.

Washington D.C. lohnt sich für zwei Sachen wenn man als Tourist kommt, zum einen um in Museen zu gehen wovon es massenhaft gibt. Meistens alle sehr bekannt unter dem Namen Smithsonian was aber nicht nur fälschlicherweise ein großes Museum darstellt wie viele es immer glauben, sondern eine ganze Reihe von Museen darstellt darunter unter anderem das Weltberühmte und aus Filmen bekannte National Air and Space Museum (Luft- und Raumfahrt Museum).

Zum Anderen lohnt sich Washington D.C. als Tourist dann sehr wenn man mehr über die Geschichte der USA und ihre Regierung erfahren will da man hier einfach direkt sozusagen im Machtzentrum drin ist. Wenn man auf die National Mall läuft, welches die riesige Rassenfläche zwischen Capitol, Weißem Haus, Washington Memorial und Lincoln Memorial ist, dann hat man einfach alles wichtige für die US-Regierung fast vor sich stehen, wenn den die National Mall dann nicht so groß wäre und man über eine halbe Stunde braucht um vom Lincoln Memorial bis zum Capitol zu kommen.

Wie man auf den Fotos sehen kann waren auch wir als ASF Gruppe für einen Tag auf der National Mall und haben uns diverse Memorials der USA für die Präsidenten Washington und Lincoln, den Vietnamkrieg, Kroeakrieg und Zweiten Weltkrieg sowie Martin Luther King, Jr. angeschaut und danach darüber diskutiert was wir über die Memorials denken und was sie ausdrücken sollen.

In den nächsten Tagen hatten wir dann noch sowohl an einen Abend die Präsentation eines Filmes von ASF im Goethe Institut und danach eine Podiumsdiskussion mit den Zuschauern. Netter Weise durften wir die meiste Zeit unseres Seminars im Goethe Institut verbringen da wir dort die Räumlichkeiten nutzen durften wenn wir denn welche brauchten für Präsentationen oder Diskussionen in unserer Gruppe, also immer!

Weiteres möchte ich jetzt auch gar nicht schreiben denn ich denke die meisten Bilder spreche für sich selbst und zeigen vielleicht mal ganz gut wie so ein Seminar von ASF aussehen kann. Viel Spaß mit den 117 Fotos:

Volunteer Voice’s from Cincinnati

Nachdem ich vor mittlerweile schon gut wieder einem Monat auf meinem ersten Urlaubstrip in Richtung MIdwest war und euch davon schon einige Bilder hier und hier auf dem Blog gezeigt habe gibt es heute noch etwas ganz besonderes von dieser Reise, nämlich ein paar bewegte Bilder von meiner Reise und nicht nur irgendwelche.

Das Video welches ich euch heute vorstelle heißt “Volunteer Voice’s from Cincinnati” wie der Titel dieses Blogeintrags wahrscheinlich schon verraten hat und stellt euch Sophia die Freiwillige aus Cincinnati vor und sie wird euch ein bisschen was von ihrer Arbeit und ihrem Leben in Cincinnati erzählen. Den während ich durch den Mittleren Westen gereist bin habe ich nur Fotos für mich gemacht und eine schöne Woche “on the Road” gehabt, sondern auch ein bisschen was für Aktion Sühnezeichen getan.

In den folgenden Wochen hoffe ich das ich euch weitere Videos von verschiedenen Freiwilligen aus ihren Projekten und ihren Städten präsentieren kann und dies zum einen ein schöne Abwechselung und Bereicherung für euch als Leserer meines Blogs sein wird, aber auch für ASF die hoffentlich diese Videos für einen gut Zweck werden nutzen können.

Nun möchte ich euch aber nicht länger mit meinen geschrieben Zeilen aufhalten und lasse euch das Video anschauen welches euch hoffentlich gefällt und auch einen Einblick abseits von meinem Leben und meinem Projekt gibt. Viel Spaß:

Volunteer Voice’s from Cincinnati from 24 Cheeseburger Productions on YouTube.

Das Copyright des Videos liegt bei 24 Cheeseburger Productions.

Das Copyright der Musik liegt bei Kevin MacLeod.

Lunch & Learn

Letzte Woche habe ich euch von meinen Erlebenissen mit Anne beim Shabbat Service geschrieben und heute möchte ich über einen weiteren Teil meiner Arbeit beim Main Office von DOROT schreiben da ich dort in den vergangenen Wochen an zwei MIttwochen noch eine weitere Aufgabe zu meinen Friendly Visitings übernommen habe.

Ein weiterer kleiner Teil von den Angeboten die DOROT anbietet ist das sie auch vom Main Office aus sogenannte Lunch & Learns (Essen & Lernen) in Synagogen organisieren und dort jede Woche bzw. einmal im Monat je nach Synagoge einen Gast einladen und diesen dann von seiner Arbeit, seinem Hobby oder wovon man sonst Interessantes aus seinem Leben seinem Leben reden kann erzählen lassen und zu diesen Lunch & Learns dann die Senioren der Synagoge eingeladen sind um sich den Vortrag anzuhören dabei ihr Mittag zu essen welches sie sich selbst mitbringen und den Namen des Programms erklärt und dann auch eventuell mit der Person diskutieren können.

Wie ihr euch jetzt schon sicherlich denken könnt wurde ich von meinem Supervisor im Main Office als Gast vorgeschalgen und in zwei Synagogen eingeladen um dort über mich, ASF und meine Arbeit bei DOROT zu reden was ich dann auch sehr gerne tat, denn ich hatte in den letzten Monaten bei DOROT schon zu verschiedenen Gelgenheiten mich slebst Gruppen vorgestellt oder im HPP Führungen zu dem Programm gegeben und mich und ASF als das Programm vorgestellt welches mich hier zu DOROT gebracht hat und es hat mir immer sehr viel Freude bereitet und nun hatte ich bei diesen zwei Lunch & Learns das Ganze auch einmal in offizieller und größerer Art und Weise zu tun.

Wenn ich in größerer Art und Weise schreibe dann sollte man es sich allerdings nicht riesen groß vorstellen, den zu beiden Terminen kamen jeweils zwischen 8-12 Senioren was später aber von der Mitarbeiterin von DOROT dann riesig gefeiert wurde da sie mir dann sagte das Normalerweise nur um die 5 Senioren maximal jeweils zu den Lunch & Learns kamen und ich somit meine Arbeit ein Interesse bei den Senioren der zwei Synagogen die ich besucht habe geweckt zu haben.

Bei den Lunch & Learn selbst habe ich dann am Anfang erst einmal kurz erläutert wer ich selbst den bin woher ich aus Deutschland komme und wie ich zu meiner deutschen Organisation ASF gefunden habe. Danach sollte es dann meistens eigentlich mit DOROT und meiner Arbeit dort weiter gehen aber schon bei beiden Lunch & Learns haben mich schon zu diesem Zeitpunkt die Senioren mit Fragen regelrecht bombarbiert und wollten mehr über mich meine Arbeit im Zivildienst wissen, warum ich gerade nach New York und mit Holocaustüberlebenden arbeiten wollte und in welchen Ländern ASF sonst noch in der Welt aktiv ist und warum ich mich auch gerade für ASF entschieden habe.

An sich hatte ich damit gerechnet das die Senioren eher interessiert in meine Arbeit wären aber wie sich dann herausstellte waren sie in beiden Fällen wirklich sehr in mich und meine Person interessiert und habe mir viele Fragen gestellt die mich selbst manchesmal auch erst einmal zum Überlegen brachten wie z.B. die schon eben erwähnte Frage warum ich mich für ASF entscheiden habe? Vor meinem Dienst als ich noch auf der Suche nach Paten war und mir auch genau diese Frage manchesmal über den Weg lief habe ich simple damit geantwortet das mich sowohl das Thema der Organisation interessierte als auch aber die Orte an denen ASF Freiwillige hatte und dabei speziell natürlich in New York was dann am Ende auch nun mein Ort für ein Jahr wurde. Aber dieses Mal bei den Lunch & Learns habe ich die Frage dann ausführlicher beantwortet und gesagt das wohl etwas in mir als ich von ASF gelesen habe und dann letztes Jahr im Januar beim Auswahlseminar auch das Projekt DOROT mehr in mir angsprochen hat als nur diese beiden Aspekte, denn sonst wäre ich glaube ich nicht so in wie jetzt in diesem Jahr aufgegangen und mache meine Arbeit bei DOROT wirklich mit Freunde als das dort noch etwas mehr ist das ich nicht beschreiben kann aber ASF mehr ist als einfach nur: “Wir sind eine Organisation die Freiwillige ins Ausland schickt wegen des Holocaustes.”

Diese Erkenntnis und das von mir unerwartete Interesse der Senioren bei den Lunch & Learns haben auch diesen kleinen und kurzen Extrateil meiner Arbeit bei DOROT sehr lohnenswert und bereichernd gemacht. Denn auch wenn man es nicht erwartet aber manchmal werden durch Fragen anderer Prozesse in dem eigenen Kopf losgetretten die einen dann am Ende zu etwas ganz anderem führen und einem eine andere Frage beantworten die man sich selbst vorher selbst gestellt hat aber nicht beantworten konnte und nun eine Art Lösung oder Erklärung bekommt.

Shabbat Dinner

Heute möchte ich euch von einem meiner Erlebnisse an diesem Freitag berichten welches sehr interessant für mich war und zwar war ich das erste Mal in meinem Leben zu einem Shabbat Dinner eingeladen.

Die ASF Freiwillige aus dem American Jewish Comimittee (AJC)  hatte uns Freiwilligen gefragt ob wir gerne an einem Shabbat Dinner teilnehmen würde und so organisierte sie es dann nun für diesen Freitag das sowohl alle New Yorker ASF Freiwilligen als auch ein paar Freiwillige aus anderen Städten die an diesem Abend auch zu besuch in der Stadt waren zu mehreren einzelnen Shabbat Dinnern eingeladen wurden welche jeweils von Freiwilligen des AJCs aus dem Young Leadership Program organisiert und gehostet wurden.

Das besondere daran war das die Freiwilligen des Young Leadership Programs selbst noch meistens in ihren 20ern sind und somit das Shabbat Dinner dementsprechend locker wurde aber man trotzdem einiges über denAablauf eines Shabbat Dinners und der Tradition dahinter gelernt hat. Das Shabbat Dinner selbst leitet den Shabbat ein den Ruhetag für die Juden bzw. was wir in Deutschland aus dem Christlichen Glauben als den Sonntag kennen nur das es für die Juden der Samstag ist und dann noch einmal besonderer Weise in der Jüdischen Zeitrechnung der Samstag schon am Freitagabend beginnt, denn für die Juden beginnen die Tage immer mit dem Sonnenuntergang und nicht etwa um 12 Uhr oder dem Sonnenaufgang sodass der Shabbat im Laufe des Jahres immer zu unterschiedlichen Zeiten beginnt was auch dazu unter anderem führt das DOROT z.B. im Winter am Freitag eine Stunde eher um 3 Uhr schließt da die Sonne früher untergeht und im Sommer erst um 4 Uhr schließt da die Sonne dann später untergeht.

Aber wieder zum Shabbat Dinner selbst. Wie ich schon geschrieben habe waren unsere Gastgeber alle selbst noch sehr jung und nahmen es daher auch mehr oder weniger sehr locker mit den Traditionen des Shabbat Dinners war und drei Deutschen die wir waren die Möglochkeiten gab das Ganze sehr viel lockerer anzugehen und wir uns keine Sorgen machen mussten etwas falsches zu machen bzw. wichtige Regeln zu brechen aber wir auch immer wieder nachfragen konnten.

Unser Shabbat Dinner begann damit das eine der beiden Frauen die Shabbatkerzen entzündete und einen Segensspruch sprach. Danach über nahm dann der Mann der Runde und folgte mit einem Friendensgruß sowie einigen Versen aus dem Buche Genesis welche sich dieses Mal aber sehr komisch für mich und die anderen Freiwilligen anhörte da er alles im klassischen Herbräisch sagte und wir somit nur Bahnhof verstanden und es sich fast mehr wie ein Rhytmischer Gebetsgesang anhörte anstatt einer Sprache aber ich denke wenn man Menschen in der Kirche beten hört und deren Sprache nicht spricht hört es sich ähnlich komisch an wie für uns das Hebräisch.

Danach wird dann der Wein gesegnet und ein Sabbatsegen gesprochen der an die Schöpfung erinnern soll und nachdem der Wein dann getrunken wurde ging es daran sich die Hände zu Waschen und sich damit Symbolisch zu reinigen. In unserem Falle haben wir Wasser drei Mal über unsere Hände als Symbol gegossen und uns danach wieder ganz simpel die Hande abgetrocknet. Zum Schluss wurde dann noch das Brot gesegnet und mit Salz bestreut und gegessen und damit war bei uns auch schon der traditionelle Teil des Shabbat Dinners vorbei.

Es war sehr interessant dieses Erlebnis einmal selbst mitzumachen und nach den Essen haben wir uns dann noch mit unseren Gastgebern lange den Abend über unterhalten über uns, unsere Organisation, was uns dazu antrieb diesen Dienst zu machen und was wir selbst als Deutsche von uns denken bzw. mit welchen Gedanken und Hoffnungen wir hier her für das Jahr gekommen sind.

 

3 Monate

Mittlerweile läuft mein Friedensdienst schon seit über drei Monaten und Weihnachten und das Jahr 2012 stehen auch schon vor der Tür, dadurch habe ich mir gedacht schaue ich doch heute mal zurück wie das erste Viertel meines Friedensdienstes lief und was dieses drei Monate für mich bis jetzt so besonders gemacht haben.

In New York habe ich mich endlich eingefunden und es ist für mich kein Problem mehr in Manhatten eine Subway Uptown oder Downtown zu nehmen oder mal schnell einen Botengang für DOROT zu erledigen. Es überrascht mich doch selbst wie schnell ich mich hier orientiert habe auch wenn man sagen muss, dass das orientieren hier eigentlich kein Problem darstellen soll, denn die Amerikaner zählen ihre Straßen ja einfach nur durch und alles ist schön im Block Format, sodass man sich hier auch komplett ohne Orientierungssinn zurecht finden kann.

Ich bin auch überrascht wie viel ich doch schon gesehen habe, da ist nicht nur Manhatten das ich schon unzählige Mal rauf und runter gefahren bin, sondern auch die anderen Stadtteile wie Brooklyn oder die Bronx die ich auch schon besucht habe und zu Mindestens einen erst Eindruck bekommen konnte, wie es dort ist.
Außerdem sind dann da ja auch noch die unzähligen Besonderen Ereignisse, wie die Thanksgiving und Halloween Parade, der Marathon und der große Weihnachtsbaum am Rockefeller Center. Das ging beispielsweise bei der Halloween Parade soweit, das mich mein Supervisor Elazar extra eine halbe Stunde eher aus der Arbeit gelassen hat, da er wollte das ich einen guten Platz an der Strecke bekomme und die Parade gut filmen und fotografieren kann.

Und damit bin ich ja auch schon bei DOROT wieder. Nach drei Monaten kann ich mittlerweile sagen das die Arbeit mir hier super viel Spaß macht und das es genau so ist wie ich es mir vorgestellt habe, vielleicht manchmal sogar ein bisschen besser. Wenn ich am Freitagabend das Essen für die Klienten mache und man sich während dessen mit ihnen unterhalten kann und auch den einen oder anderen Witz macht oder erzählt bekommt. So viele Geschichten von Menschen wie ihr Leben verlief, was ihre Persönlichkeiten sind und was sie besonderes ausmacht, das habe ich noch nie erlebt und dazu gehört natürlich auch das Friendly Visiting, welches im Laufe der Zeit auch immer interessanter wird, da man sich mit den Menschen nicht nur jedes Mal über deren Vergangenheit unterhält, sondern mittlerweile auch anfängt Freundschaften aufzubauen und die Menschen lieb gewinnt.

Alles in allem kann ich also nach drei Monaten sagen das ich hier mehr als glücklich bin. Sicherlich gibt es immer noch Dinge, die ich gerne ändern möchte, wie zum Beispiel, mir hier einen Freundeskreis aufzubauen. Aber auch da hat sich in der letzten Woche noch mal einiges getan, da ich ab Anfang Januar anfangen werde in einem Theater, im East Village, ehrenamtlich zu helfen und dort sehr viele engagierte und junge Menschen arbeiten.

Zum Schluss habe ich noch einmal ein paar kleine Fakten und unnütze Statistiken über mich und meine Zeit bis jetzt hier zusammen getragen:
Von meinen 366 Tagen sind schon knapp mehr als 100 Tage vergangen und in dieser Zeit habe ich schon 34 Friendly Visiting’s, 2 Shoppings und 2 Escort gemacht. Ich habe einmal am Donnerstagabend im HPP für alle gekocht und 5 mal die Essen an anderen Tagen gemacht. In dieser Zeit bin ich an 48 verschiedenen Subway Stationen ein- oder ausgestiegen und dieser Blog umfasst schon 20 Einträge. Auch mein persönliches Tagebuch ist schon mit 172 Seiten und ca. 73.000 Wörtern prall gefüllt und die 881 Fotos, sowie das erste Video über New York nehmen schon mehr als 12 GB auf meinem Computer ein. Und last but not least habe ich in 22 Skypegesprächen Kontakt mit zu Hause gehalten.

Ich möchte diesen Eintrag auch noch einmal nutzen um mich bei all meinen Paten, Freunden und Familie zu bedanken. Ohne eure Unterstützung, sei es finanziell oder seelisch, hätte ich es wahrscheinlich niemals hier her nach New York geschafft und diese tolle Zeit erlebt. Danke!!!

Dafür gibt es jetzt auch schon meinen ersten Projektbericht von mir, den ihr euch hier ansehen und speichern könnt, auch wenn er sehr viel aus dem Blog hier enthält und somit nicht ganz so interessant ist, wenn ihr schon immer meinen Blog lest.
In den nächsten Tagen werde ich außerdem noch ein kleines Paket mit einer kleinen Weihnachtsüberraschung an alle meine Paten heraus schicken. Es wird zwar wahrscheinlich nicht vor dem neuen Jahr da sein, aber ich hoffe ihr freut euch trotzdem darüber.

Vorbereitungsseminar Hirschluch

Das erste Seminar in Hirschluch ist nun so gut wie vorbei und bald geht es nun zum Flughafen Berlin Tegel und von dort aus dann über Frankfurt nach Philadelphia. Doch zuvor möchte ich noch einmal die Seminarwoche in Hirschluch Revue passieren lassen:

Die Woche über in Hirschluch gab es immer etwas zu tun, denn wenn Aktion Sühnezeichen mal nicht etwas für uns geplant hatte, dann gab es immer noch 133 andere Freiwillige, die auch gerade nichts zu tun hatten. So lernte man also innerhalb von nur wenigen Tagen so viele neue Menschen kennen, wie sonst wahrscheinlich in einem halben Jahr nicht.

Doch auch die Aktivitäten, die Aktion Sühnezeichen mit uns veranstaltete sollen nicht ungenannt bleiben, so trafen wir uns in Ländergruppen zur Vorbereitung auf die neuen Länder und in sogenannten PAKs (Projekt Arbeits Gruppen), wo wir uns auf unsere Arbeit in den verschiedenen Bereichen vorbereiteten die da wären: Arbeit mit sozial Benachteiligten, mit Behinderten, mit Kindern und Jugendlichen, die Politische und die Historische Arbeit, sowie die Altenarbeit.

Aber wir waren nicht nur die ganze Woche in Hirschluch, sondern hatten auch an zwei Tagen Ausflüge nach Berlin. Der erste Ausflug war für alle am Sonntag, wo wir morgens in 44 verschiedene Gemeinden in und um Berlin gebracht wurden und dort noch einmal kirchlich in unser Friedensjahr verabschiedet wurden. Danach durften wir uns in Berlin zwischen drei verschiedenen Führungen entscheiden, oder auf eigene Faust Berlin unsicher machen.

Ich entschied mich für die Führung mit den Stadteilmüttern von Neukölln. Neukölln ist der größte Stadtteil von Berlin und über 60% der Einwohner haben einen Immigranten Hintergrund, sodass in Neukölln Menschen aus über 160 verschiedenen Nationen zusammen leben und einen interessanten Stadtteil aus Neukölln gemacht haben. Die Stadteilmütter sind Frauen die in Seminaren die Sprache, sowie die Bürokratischen Gegebenheiten in Deutschland gelernt haben und diese nun an andere ausländische Frauen im Stadtteil in Neukölln weiter geben. Die Führung war sehr interessant und ein starkes Kontrastprogramm zum Morgen, denn unsere Führung endete in einem kleinen Moschee von Neukölln, was für mich sehr interessant war, da ich das erste Mal in einer Moschee war.

Am Montag bzw. Dienstag je nachdem in welcher PAK man war fuhren wir dann zum Haus der Wannensee Konferenz und hatten dort ein Zeitzeugengespräch, sowie ein Führung durch das Haus. Es war für mich das zweite Zeitzeugengespräch und sehr interessant persönlich von Margot Friedlander zu hören wie sie während des Holocausts sich in Berlin für 15 Monate im Untergrund lebte und danach im Konzentrationslager Theresienstadt war wo Sie den Holocaust überlebte und dann ihren Ehemann kennen lernte. Die beiden sind dann zusammen in die USA ausgewandert und Margot Friedlander kehrte erst 2003 das erste Mal wieder nach Deutschland zurück nachdem ihr Ehemann verstorben war und Sie das Bedürfnis hatte Menschen von ihrer Zeit zu erzählen, während des 2. Weltkriegs.

Ein letztes Ereignis das ich noch erwähnen möchte war der Circus Sonnenstich der uns am Samstag besucht hat und uns einige Ausschnitte aus seinem Programm “Beziehungsweise” vorführte. Das besondere an dem Circus Sonnenstich ist, das die Artisten die das Programm aufführen keine normalen Artisten sind, sondern Menschen mit geistigen Behinderungen, die meisten davon mit dem Down Syndrom. Das machte den Circus gleich doppelt Begeisternd, den es ist eine Sache wenn einem trainierte Artisten etwas vorführen was man selbst nicht kann, aber bei diesen super netten und fröhlichen jungen Menschen ist man einfach nur noch überwältigt.

Das war also meine erste Woche als Aktion Sühnezeichen Freiwilliger. Es ist zwar natürlich noch einiges anderes passiert, aber dies waren die großen Highlights der Woche.

Bis zum nächsten Blogeintrag, denn ich dann aus den USA in Philadelphia schreiben werde um von der Orientierungswoche dort zu berichten.

1 Jahr, 366 Tage, 8784 Stunden

Nun geht also die lange Reise für mich los, ein Jahr zusammen mit Aktion Sühnezeichen werde ich nun also in New York leben und dort bei meinem Projekt DOROT helfen obdachlosen Senioren eine bleibe zu bieten und sie wieder in eine Wohnsituation zu bringen. Außerdem werde ich einmal die Woche ehemalige Bewohner von uns besuchen, um zu sehen ob es ihnen gut geht und um ihnen ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit in dem hektischen Treiben von New York zu schenken.

Ich weiß noch genau wie ich das erste Mal überhaupt auf die Internetseite von Aktion Sühnezeichen gekommen bin und mich sofort in die Möglichkeit eines Friedesdienstes für ein Jahr im Ausland zu machen verliebt habe.

Damals war ich noch als Zivildienstleistender im Marienkrankenhaus von Hamburg und hatte gerade meine ersten zwei Monate auf meiner Station der Med.3 rum. Allein schon in dieser Zeit habe ich gemerkt wie viel Spaß mir doch die Arbeit macht mit Menschen und wie viel sie einem doch wieder gibt. Zwar gab es dort auch anstrengende Tage, wie bei jeder Arbeit, doch wenn ein Patient sich dann bei einem bedankt hat für die Hilfe,hat das all die Mühen wieder vergessen gemacht.

Das war im Januar 2010. Da ich leider damals die Bewerbungsfrist für den Herbst 2010 knapp verpasst hatte und die Vorbereitungsseminare schon in Berlin liefen, hatte ich mich damals entschlossen, mich für den Herst 2011 zu bewerben.

In der Zwischenzeit habe ich noch viel erlebt. Nicht nur das ich meinen Zivildienst im Hamburger Marienkrankenhaus geleistet habe, mit dem Projekt “Zivis für Kinder in Serbien” durfte ich dann im Sommer 2010 auch noch für drei Wochen mit 12 weiteren Zivis zusammen für drei Wochen nach Serbien fahren. Dort haben wir für drei Wochen in zwei Flüchtlingslagern gelebt, die durch die Balkankriege in den 90ern entsanden sind und haben für die Flüchtlingskinder dort täglich Spiel und Sport Aktivitäten angeboten. Die Freude die wir dafür von den Kindern zurück bekommen haben war für mich noch einmal ein ganz besonderer Abschluss meines Zivildienstes.

Nach dem Zivildienst bin ich dann für ein weiteres Jahr in Hamburg geblieben, um mich durch zwei Praktika in der Arbeitswelt zu orientieren. Doch in dieser Zeit galt es nicht nur Praktika zu machen, sondern auch mich bei Aktion Sühnezeichen zu bewerben. Nachdem ich mich Ende Oktober bei Aktion Sühnezeichen beworben hatte, gab es dann Anfang Januar die Einladung zum Auswahlseminar im Februar in dem kleinen Dorf Werneuchen in der Nähe von Berlin.

Dort kamen dann zu vier Auswahlseminaren über 300 Bewerber in die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein und lernten dort innerhalb eines Wochenendes Aktion Sühnezeichen kennen und Aktion Sühnezeichen uns. Jeder fragte sich nach welchen Kriterien die Freiwilligen wohl ausgesucht wurden und was man richtig oder falsch machen konnte an diesem Wochenende, wenn man den überhaupt etwas falsch machen konnte.

Am 4. März bekam ich dann meine Zusage für einen Friedensdienst mit Aktion Sühnezeichen und ich kann mich auch jetzt noch sechs Monate danach an den Moment erinnern, als ich die E-Mail lass, in der Stand das ich für ein Jahr nach New York gehen würde und dann auch noch in mein Wunschprojekt, welches ich mir auf dem Auswahlseminar als erstes gewünscht hatte.

In den sechs Monaten seit der E-Mail ist dann noch so einiges passiert, neben dem Praktikum, wollte die Wohnung in Hamburg gekündigt, ausgeräumt und wieder weiß werden, sowie die Suche nach Spendern für das Jahr mit Aktion Sühnezeichen. Die Menschen die mich alle für ein Jahr lang unterstützen, damit ich dieses Jahr in New York erleben kann und das möchte ich euch mit diesem Blog zurück geben.

Ich hoffe das ich viel erleben werde, wovon ich euch Berichten kann, viele Bilder für euch schieße die dann auch mit in diesen Blog kommen und das ich die Zeit dazu finden werde mein Versprechen auch einzuhalten.

Aber nun heißt es erst einmal wieder für mich zu dem Einführungseminar von Aktion Sühnezeichen fahren in Hirschlund, auch einem kleinem Dörfchen in der Nähe von Berlin und am 9. September geht es dann rüber mit dem Flugzeug in die USA nach Philadelphia wo wir auch noch ein Seminar haben werden, in dem wir die USA kennen lernen, sowie ein Wochenende bei Gastfamilien. In die Projekte geht es dann morgens am Montag, den 19. September.

Ich hoffe ich finde bald wieder die Zeit hier zu schreiben und ein paar Impressionen zu geben bis dahin

euer

Marcel