DOROT

Hallo alle zusammen.
Drei Wochen bin nun schon mittlerweile in New York und so langsam aber sicher kann man sagen das ich mich zu mindestens fürs erste Eingelebt habe. Es ist allerdings immer noch jeden Morgen erstaunlich, wenn man aufwacht und direkt auf das Empire State Building blickt und dann später auf die Straßen von New York heraus geht.
Doch heute wollte ich euch erst einmal ein wenig was über meine Arbeit bei DOROT erzählen, da ich dort mittlerweile schon einige interessante Aufgaben bekommen habe und noch einige weitere bekommen werde in den nächsten Wochen.
Er einmal zur Erklärung warum DOROT überhaupt DOROT heißt. DOROT ist ein jüdisches Wort und bedeutet übersetzt Generationen und bei DOROT helfen die Jungen Menschen den Älteren und die Älteren können außerdem in Treffen ihre Lebensgeschichten und Weisheiten an Junge Menschen weiter geben.

Das ist vor allem beim Main Office so, dem Büro wo ich einmal die Woche, am Mittwoch, arbeite und  dort dann an einem Tag zwischen drei und vier Holocaust Überlebende besuche, was hier als das sogenannte Friendly Visiting (Freundliches Besuchen) bezeichnet wird und man sich dann eine Stunde mit den Senioren unterhält über was man gerade Lust hat oder auch mal wenn sie Lust haben mit ihnen Spazieren oder Essen geht.
Dieses Friendly Visiting hatte ich diese Woche das erste Mal am Mittwoch und ich habe erst einmal für den Anfang diese Woche nur eine Senioren besucht. Ihr Name ist Sylvia und sie ist 84 Jahre alt und lebt auf der Upper East Side (das ist die rechte Seite neben dem Central Park, wo vor allem die reichen Menschen leben).
Sylvia und ihre Schwester haben als einzige aus der Familie zusammen den Holocaust überlebt und kommen ursprünglich aus der Nähe von Nürnberg. Ihre Eltern haben sie dann zusammen vor den Krieg nach England geschickt von wo aus sie dann später nach Israel gegangen sind. Von dort aus ist Sylvia dann weiter in die USA gekommen nach New York und hat hier, zuerst mit ihrem Mann gelebt, bevor sie sich später von ihm scheiden ließ, da er nicht wollte das sie etwas lernt am College, sondern seine Hausfrau sein sollte.
Die Stunde mit Sylvia war unglaublich interessant, ich hätte nicht gedacht das die Holocaust Überlebenden so offen sind, aber sie hat mir sofort alles über sich und ihre Vergangenheit im zweiten Weltkrieg erzählt was ich sehr spannend fand und auch gleichzeitig sehr beeindruckend, da es ihr nichts ausmachte mir von damals zu erzählen und mir auch Fragen beantwortete. Im Gegenzug dazu fragte sie mich einige Sachen darüber wie ich heute über Zeit von damals nach denke und was man in Deutschland heute über den zweiten Weltkrieg denkt. Ich versuchte ihr die Fragen bestmöglich zu beantworten, aber es fällt einem nicht gerade einfach wenn man mit einem Opfer dieses Krieges über solche Dinge redet. Eine spannende erste Stunde von hoffentlich vielen.
Desweiteren kann es manchmal am Mittwoch im Main Office sein, das ich  Senioren helfe beim Einkaufen oder koschere Mahlzeiten in der Upper West Side ausliefere wo DOROT gelegen ist, allerdings nur wenn wirklich Not am Manne ist. Denn das Main Office hat nicht nur die Friendly Visitings sondern bietet auch für Senioren viele Dinge an wie die Hilfe bei einkaufen, das Ausliefern von koscheren Mahlzeiten für jüdische Senioren und DOROT bietet außerdem noch ein Kursprogramm im Main Office an und über das Telefon in dem dann mehrere Senioren zusammen in einer Telefonkonferenz mit einem Lehrer zusammen geschaltet werden.

Das ist das Main Office aber es gibt ja auch noch das Obdachlosen Projekt von DOROT wo ich die restlichen Tage der Woche arbeite. Wie ich euch dort schon das letzte Mal berichtet habe, bin ich dort mehr das Mädchen für alles.
Aktuell ist es immer noch so wie vor 1 1/2 Wochen als ich dort noch nicht viel mithelfen konnte, aber noch viel lerne.
Mittlerweile ist es allerdings nicht mehr das Lernen des Grundablaufs dort, sondern viel mehr meine aktive Einarbeitung in die Abreiten am Telefon. Dort werde ich ab jetzt nämlich starten ehemalige Klienten von uns anzurufen um sie zu fragen wie es ihnen aktuell geht, ob immer noch alles gut ist in der neuen Wohnsituation und ob sie irgendwelche Ängste, Nöte oder Sorgen haben.
Desweiteren werde ich ab nächste Woche damit starten, auch sogenannte Referrals zu machen. Das sind Telefoninterview mit Menschen die bei uns anrufen um bei uns in unser Projekt zu kommen. Bei dem Referral fragen wir die Menschen einige Dinge ab und auch ziemlich persönliche Sachen, wie Krankheits-, Drogen- und Gefängnisgeschichte.
Ich bin sehr gespannt wie ich bei diesen Aufgaben schlagen werde und hoffe das ich auch die Menschen am Telefon verstehen kann.

So das soll es aber jetzt er einmal wieder gewesen sein von mir, doch eine Kleinigkeit habe ich noch.

Ab sofort habe ich oben im Menü einen weiteren Punkt eingebaut, der sich “Fotos” nennt. Dort habe ich für euch angefangen alle Foto Sets die hier im Blog poste auf eine Seite zusammen zu fügen. Leider sind es im Moment noch nur die ersten zwei Foto Sets von Philadelphia und New York die schon gepostet hatte, da mein Internet hier nicht ganz so schnell im Hochladen ist und es somit immer etwas dauert bis die Bilder da sind. Ich hoffe es wird mal schneller gehen.

New York

Nun habe ich es also endlich geschafft ich bin in New York angekommen.
Nach dem ersten Seminar in Hirschluch und nun dem zweiten Seminar in den USA hier in Philadelphia, habe ich endlich mein Projekt und meine neue Heimatstadt für ein Jahr erreicht.
Es ist hier super interessant in New York und die erste Woche verging nur so im Fluge. Sicherlich hat zwar jeder von uns schon einmal New York im Fernsehen und in Filmen gesehen und dadurch erkennt man dann auch einige Orte wieder, aber nun selbst in dieser Millionenstadt zu laufen hat schon etwas ein wenig unwirkliches.

Viele Dinge die man sonst halt nur aus dem Fernsehen und Filmen kennt, sind auf einmal direkt vor einem und man kommst aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Ich habe unter anderem in den ersten Tagen jetzt hier natürlich gleich erst einmal mir den Broadway zweimal angeschaut, einmal bei Tag und einmal bei Nacht, sowie einen kleinen Teil des Central Park zu mehr reichte die Zeit leider bis her noch nicht, doch schon diese Orte reichten um einen komplett von den Socken zu hauen.
Der Broadway ist schon am Tage erstaunlich, aber wenn es dann Nachts ist kommt man sich immer noch wie am Tage vor, da es immer noch so hell ist wie am Tag, so sehr scheinen einem die Werbereklamen entgegen.
Der Central Park ist da hingegen genau das Gegenteil, wenn man erst einmal weit genug drin ist hat man auf einmal die Ruhe pur und man weiß nur noch durch die Hochhäuser an den Rändern des Parks, das man eigentlich immer noch in einer Großstadt ist.
Ansonsten macht aber natürlich auch der gesamte Rest der Stadt einen riesigen Eindruck auf mich. Es ist spannend morgens jetzt immer mit der U-Bahn zu fahren und morgens aus dem Gebäude zu kommen und festzustellen das man immer noch in New York ist und nicht plötzlich wieder zu Hause.

Aber auch ein paar Worte über die Arbeit möchte ich noch verlieren, auch wenn es dort bis jetzt noch nicht so viel zu schreiben gibt, da ich jetzt erst einmal in der Einarbeitungsphase bin und dann bald an meine normalen Aufgaben heran geführt werde.
Für die ersten zwei Wochen werde ich jetzt erst einmal nur im Obdachlosen Projekt von DOROT sein und dort starten. In der dritten Woche wird es dann auch immer Mittwochs im Main Office los gehen, wo ich dann Holocaust Überlebende besuchen werde.
Die Arbeit im Obdachlosen Projekt ist sehr interessant für mich, da wir bei uns nur 14 Betten haben für Klienten und man somit schnell die Klienten sehr persönlich kennen lernt. Außerdem sind alle Klienten von uns über 55, da wir ein Projekt für ältere Obdachlose sind.
Die Gründe warum unsere Klienten obdachlos geworden sind, sind vielfältig und reichen von plötzlicher Arbeitslosigkeit bis zu dem Tod des Ehepartner der alleine auf dem Vertrag für die Wohnung stand, sodass der Partner plötzlich aus der Wohnung muss.
Für den Anfang werde ich jetzt abends bei den Dinners dabei sein und lernen wie die Abende laufen und am Tage werde ich langsam in meine Aufgaben eingearbeitet, die jetzt am Anfang vor allem noch sehr klein sind aber schon bald größer werden dürften.
Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen ersten Eindruck bieten in meine neue Situation hier in New York und euch wissen lassen das es mir gut geht hier, bis demnächst alle zusammen.

P.S. Die beiden Bilder hier im Artikel sind mein Ausblick aus meinem Zimmer in Manhatten und das große Gebäude ist das Empire State Building, das aktuell noch größte Gebäude in New York.