Friendly Visiting, die 3.

Heute ist es mal wieder Zeit euch von meinen Friendly Visitings zu erzählen den auch da hat sich in den letzten drei Monaten schon wieder einiges getan.

Beginnen möchte ich heute mit Sylvia der man mittlerweile nicht mehr anmerken kann dass sie noch vor drei Monaten für zwei Wochen im Krankenhaus war und unglaublich schwach wirkte. Mit ihr kann ich mittlerweile sagen hat sich so etwas wie eine sehr interessante Freundschaft entwickelt den bei ihr muss ich mir nie Sorgen machen das wir nichts zu reden haben.

Entweder reden wir mal darüber was wir beide über die Politik der USA denken und das Obama sich während seiner ersten Amtszeit um zu viel Themen gekümmert hat und zu mittig war sodass er keine markanten Erfolge nach vier Jahren Präsidentschaft vorweißen kann. Ein anderes Mal dann erklärt Sylvia mir was für sie Israel bedeutet und das es für sie ihre wahre Heimat ist und das sie sich nur dort zu Hause fühlt und New York nur wie ein großes Hotel für sie ist in dem sie schon seit nun mehr genau 50 Jahren lebt und nur wegen ihres damaligen Ehemanns hierher gekommen ist und ihre eigentliche Heimat verlassen hat. Wieder ein anderes Mal versuche ich Sylvia dann die Lage in Europa zu erklären mit der Eurokrise und was wir Deutschen davon halten und wie die Politische Situation in Deutschland ist in dem es im Moment nur die CDU als führende Partei gibt sowie die wie Obama Gesichtslose SPD und dann noch die aufstrebenden Grünen und die jungen boomenden PIRATEN.

Das sind nur drei der Themen die wir in den letzten Wochen angeschnitten haben und es ist doch schon erstaunlich wie Politisch die Gespräche mit Sylvia sind aber dann auf einer anderen Art und Weise auch wieder in eine ganz andere Richtung gehen wenn wir uns in manch einer Woche darüber reden und manchmal auch fast ein bisschen streiten warum der Mensch das eine oder das andere manchmal macht und was unser Gehirn doch nur gleichzeitig für eine Wundermaschine ist aber dann auch wieder in anderen Situationen sehr spontan und animalisch Reagiert. All diese Diskussionen mit Sylvia machen mir immer sehr viel Spaß und ich glaube es kommt bei uns beiden zu diesen guten Gesprächen da wir beide uns auf der einen Seite doch sehr ähnlich sind aber auf der anderen Seite auch manchmal sehr unterschiedliche Standpunkte vertreten was den Gesprächen dann Diskussionsstoff verleiht und die Zeit mit Sylvia immer so spannend macht.

Als nächstes möchte ich euch von meinen weiteren Besuchen bei Gloria und Charles berichten die mir in den letzten drei Monaten auch sehr ans Herz gewachsen sind und das aus mehreren Gründen.

Zum einen kann ich bei den Besuchen mit den Beiden merken das die Friendly Visitings von mir bei ihnen etwas sehr besonderes sind da ich für sie der erste Deutsche Freiwillige von DOROT bin und sie sich alle zwei Wochen wieder über meinen Besuch und die Zeit die ich mit ihnen verbringe freuen.

Zum Anderen sind Gloria und Charles trotz ihres hohen Alters noch sehr in Computer und die Technik von heute interessiert und das mit 81 Jahren für Gloria bzw. stolzen 91 Jahren für Charles. So verbringe ich jede Woche die Hälfte meiner Zeit meistens mit Charles im Wohnzimmer und rede erst mit ihm ehe mich dann irgendwann Gloria für nur fünf Minuten ausborgen möchte damit ich ihr ein paar neue Tricks am Computer zeigen kann. Aus diesen fünf Minuten wird dann meistens der Rest der halben Stunde und wenn ich dann zu Gloria sage das ich leider mittlerweile los muss dann kann ich meistens noch einmal mit zehn Minuten rechnen in denen Gloria nur noch eine Sache wissen möchte und ich mich von Charles verabschiede. Diese Begeisterung in dem hohen Alter für die Technik von heute finde ich einfach nur unglaublich, denn ich weiß nicht ob ich mich noch mit über 80 Jahren damit auseinander setzten möchte wenn es dann in meiner Zukunft die nächsten technischen Fortschritte gibt und ich damit nicht aufgewachsen bin. Zwar ist es immer ziemlich anstrengend für mich da ich mir in meinem Kopf erst einmal überlegen muss wie ich Gloria erklären kann warum gerade dies oder das auf dem Bildschirm des Computers passiert und das ohne ein Fachwort zu benutzen da Gloria das nicht verstehen würde und diesen Gedankengang dann auch noch in korrektes Englisch zu übersetzen. Da qualmte schon so manches Mal nach dem Besuch bei Gloria und Charles mir der Kopf da es doch eine ziemliche Anstrengung ist auch wenn man es nicht glaubt und Gloria auch immer sehr schnell dabei ist eine neue Frage zu stellen sodass wir innerhalb einer halben Stunde unzählige Sachen anschneiden und behandeln.

Die aber erstaunlichste Sache für mich persönlich ist wie schnell Gloria und Charles mir vertraut haben und über was für persönliche Dinge Charles und Ich in unserer Zeit zusammen reden den Charles hat schon ein sehr bewegtes Leben hinter sich. Studiert hatte er eigentlich einmal Englische Literatur und wollte eigentlich ein Lehrer werden aber dann kam der 2. Weltkrieg zwischen seine Pläne und er musste sich und sein Land verteidigen wie er es selbst ausdrückte und das hat er sehr aktiv in Afrika als Kapitän einer US Einheit getan und hat unter anderem den Wüstenfuchs Rommel gejagt und mir davon erzählt wie einfach es zwar war einen Menschen auf Entfernung zu erschießen aber es dann sehr viel schwerer war wenn man die tote Person später sah die man erschossen hatte und somit ein Gesicht hatte auch wenn es der Feind war. Später wurde Charles dann zurück in die USA gerufen und sollte eigentlich noch im Pazifik gegen die Japaner kämpfen aber dazu kam es nicht mehr und er diente erst als Motivator für junge Soldaten in den USA und später auch als Mechaniker da sie zu der Zeit in der US-Armee Mechaniker brauchten und er somit etwas ganz anderes lernte als was er eigentlich in seinem Leben vorhatte und mir heute zwar vielleicht eine Brücke brauchen könnte aber nichts mehr über die Englische Literatur weiß. Nach seiner Militärkarriere ist Charles dann wieder nach New York gekommen und hat hier mehrere Restaurant geführt und in einem von ihnen dann auch an einem Tag Gloria kennen gelernt und von da an nahm alles ganz alleine seinen Lauf.

Das sind die einen Sachen die Charles mir erzählt hat aber die noch viel interessanten Sachen für mich waren dann als ich die Möglichkeit hatte Charles Fragen zu stellen und ihn auch auf seine Situation als Hausgebundene Person und die Hilfe der Krankenschwester anzusprechen die Gloria und Charles den ganzen Tag über da haben und er mir unglaublich ehrlich und ohne ein Blatt vor dem Mund erzählt hat dass es zwar nicht angenehm ist die Hilfe von einer anderen und fremden Person zu bekommen aber immerhin versucht Gloria s so angenehm wie möglich für ihn zu machen und er sagte mir auch das er die Krankenschwestern bei sich zu Hause einigermaßen kennt und es nicht so schlimm ist wie im Krankenhaus wo es sehr anonym ist und ich an meine Zivildienstzeit denken musste.

Diese Offenheit von Charles und der Wissensdurst von Gloria machen die Besuche bei den Beiden für mich immer sehr aufregend aber auch nachdenklich und ich bin einfach nur froh das ich sie besuchen darf und für die letzten drei Monate jetzt werden wir auch zu wöchentlichen Besuchen wechseln da ich mehr Zeit mit den Beiden verbringen möchte und noch mehr von ihnen lernen möchte aber auch ihnen beibringen möchte.

Als letztes möchte ich euch dann heute noch von einer nicht ganz so schönen Sache in meinem Friendly Visitings berichten, da ich mich jetzt schon von meinem ersten Friendly Visiting verabschiedet habe und zwar Betty und Fred die ich erwähnt habe als ich im November von meinen Friendly Visitings schrieb.

Zwar waren die Besuche bei Betty und Fred sehr schön und es gab an sich nichts zu beklagen aber auf der anderen Seite waren die Besuche auch sehr ruhig da wie ich geschrieben habe Fred schon einen Herzinfarkt hatte und somit nicht mehr redete und Betty mir leider auch nicht sehr viel erzählen konnte wenn ich sie alle vier Wochen besucht habe. Meistens haben wir die Zeit mit Rummikub spielen verbracht oder Betty hat mir Kuchen und etwas zu trinken gegeben und wir haben uns einfach nur das Fernsehen angeschaut.

Am Ende habe zwei Dinge zu den früheren Ende unserer Besuche geführt zum einen wussten ich und mein Supervisor das Betty und Fred auch weiterhin viel besuch bekommen würden da sie eine große Familie haben und schon zum Teil bei meinen Besuchen weiterer Besuch dazu kam und zum Andern weil Betty und Fred demnächst umziehen werden und von den 80er Straßen in die 100er umziehen werden was zu weit für mich wäre um sie zu besuchen wenn ich danach schon in 30 Minuten das nächste Friendly Visiting wieder wo anders hätte.

So haben wir uns dann für diesen frühen Abschied entschieden aber ich bin froh und glücklich das ich noch die Chance hatte Betty und Fred kennen zu lernen und ihre Geschichte zu erfahren die ich mit mir weiter tragen werde.

Shabbat Service in der Synagoge

Dieses mal möchte ich euch in meinem Blogeintrag davon berichten wie ich zusammen mit Anne von meinen Friendly Visitings an einem Samstagmorgen bei einem Shabbat Service in ihrer Synagoge war.

Wie das Shabbat Dinner von welchem ich euch vor einigen Wochen berichtet habe, ist der Shabbat Service ein weiterer Teil der Tradition für die Juden die sie am Shabbat haben und vergleichbar ist mit dem Gottesdienst bei uns am Sonntag in der Kirche nur das er in diesem Falle am Samstagmorgen stattfindet.

Der Shabbat Service mit Anne zusammen war in dem Sinne für mich besonders da ich zwar schon einmal in einer Synagoge war aber noch nie während eines Dienstes und ich außerdem in diesem Fall auch noch mit Anne meine persönliche Erklärerin an der Hand hatte die mir viele der Vorgänge während des Dienstes erklären konnte. Was mir wahrscheinlich als erstes immer im Kopf bleiben wird ist wie lang der Shabbat Service doch ist im Gegensatz zu einem Gottesdienst und das ich nur die letzten zwei Stunden da war da Anne wusste das ich es sonst nicht durchstehen würde, denn auch wie bei Shabbat Dinner wurde aus beim Service alles in Hebräisch gesprochen sodass Anne immer versuchte mir in der Tora zu zeigen wo wir gerade waren und ich dann die Englischeübersetzung mitlesen konnte.

Was ich sehr besonders am jüdischen Glauben finde ist das sie jede Woche im Dienst ein Stück der Tora (Bibel) lesen und dadurch einmal im Jahr das Komplette alte Testament lesen und sich immer wieder mit dem Geschichten auseinander setzen. Zwar werden auch in der Kirche Ausschnitte aus der Bibel gelesen aber im Jüdischen hat es meiner Meinung nach doch sehr viel mehr Sinn da man immer fortsetzend liest und somit an das gelesene der Vorwoche anschließt und außerdem auch dazu kommt einmal im Jahr alles zu lesen. Ich frage mich wie viele christliche Menschen die gesamte Bibel gelesen haben und sich mit ihr wirklich auseinander gesetzt haben?

Etwas das sowohl gleich in der Synagoge als auch in der Kirche bei einem Dienst ist, ist das man in einem Gebet für die Kranken und Notleidenen Menschen betet dazu kommen aber auf der anderen Seite auch noch Gebete für die Gemeinschaft und ganz besonders auch für das Land und die Regierung Israels was wir in diesem Zusammenhang nicht haben und kennen.

An dem Shabbat Dinner zu dem Ich mit Anne gekommen war gab es dann aber auch noch eine ganz besonderen den ich durfte miterleben wie ein Junge seine Bar Mitzwa an eben jenem Samstagmorgen hatte und somit das erste Mal vor der Gemeinde aus der Tora lesen durfte und somit zum Erwachsenen wurde. Die Bar Mitzwa wird im Judentum entweder am 13. Geburtstag bei Jungen begangen oder bei Mädchen am 12. Geburtstag und sind vergleichbar mit der Konfirmation nur das sich der Tag an dem dieses Ereignis beganen wird im Judentum nach dem Geburtstag richtet und nicht wie im Christlichen einmal im Jahr im Frühling alle Jugendlichen eines Jahrgangs zusammen konfirmiert werden in der Gemeinde und somit die Feierlichkeit sehr viel persönlicher für die Jugendlichen ist da sie alleine an diesem Tag die Bar Mitzwa feiern und die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde auf sie gerichtet ist.

Nach dem Dienst selbst gab es dann noch in der Synagoge ein Essen welches in diesem Fall von der Familie des Bar Mitzwa Jungen gestellt wurde und jede Woche nach dem Dienst stattfindet was auch für mich neu war und einen sehr guten Ausklang aus dem Dienst für mich bot da ich so noch einmal Zeit hatte in Ruhe mit Anne über den Dienst zu reden und sie mich auch noch dem Rabbiner der Synagoge vorstellte.

Es war interessant einen Shabbat Service zu sehen und somit der Religion des Judentums näher zu kommen, denn zwar weiß man normalerweise vieles als Deutscher über den 2. Weltkrieg und den Holocaust aber bis jetzt war für mich die Religion selbst weswegen all diese Mensche von den Nazis im 2. Weltkrieg getötet wurde doch recht blass geblieben und ist mir jetzt sowohl nach dem Shabbat Service als auch dem Dinner näher gekommen und man versteht mehr und geht persönlicher mit dem Thema um was ich denke ich auch eventuell im Unterricht an den Schulen in Deutschland fehlt.

Denn zwar haben wir all diese Unterrichtsstunden in der Schule über Jahre in denen über den 2. Weltkrieg, Deutsche Geschichte und das ganze Elend gesprochen wird aber für mich persönlich war nicht immer wirklich klar warum den nun gerade die Juden getötet wurde bzw. was sie anders gemacht haben soll von anderen Menschen und nun kann ich sagen dass das Judentum und das Christentum sich zwar unterscheiden aber doch auch ähnlich sind und wenn man es genau nimmt ja sogar das Christentum aus dem Judentum entstanden ist was die Verbrechen der Nazis jetzt noch unlogischer und verrückter für mich machen.

Friendly Visiting, die 2.

Letztes Jahr im November habe ich euch das erste und bis jetzt auch letzte Mal davon berichtet wie meine Friendly Visitings bei DOROT laufen und das möchte ich heute endlich einmal dringend ändern. Beginnen möchte ich damit euch heute zwei weitere meiner Friendly Visitings vorzustellen.

Da wäre zum einen Anne welche eine Holocaustüberlebende ist die auf der Upper West Side in einem Seniorenwohnheim lebt und an sich zwar noch sehr fit und selbstständig ist aber leider im letzten Jahr ihren Ehemann verloren hat und danach einige Schwierigkeiten alleine hatte sodass ihre Familie leider entscheiden musste das sie besser versorgt in einem Seniorenwohnheim ist. Das Gute an dem Seniorenwohnheim ist dass es kein normales Seniorenwohnheim ist wie wir es uns aus Deutschland vorstellen sondern hier in den USA Enriched LIving genannt wird, was bedeutet das die Senioren zwar mit vielen weiteren Senioren in einem Haus leben und Hilfe bekommen können vom Personal des Hauses aber sie immer noch alleine in Studio Apartments (1 Zimmer Wohnungen) leben können und somit die Sicherheit des Hauses und des Personals haben aber immer noch selbstständig sein können und es ihnen auch erlaubt ist nach draußen zu gehen und sogar in den Urlaub zu fahren.

Trotzdem ist für Anne die Wohnsituation für Anne sehr oft immer eines ihrer Hauptgesprächsthemen da sie das Essen welches es zum Mittagessen gibt nicht mag und es nie heiß genug ist. Außerdem beschwert sie sich auch immer über die Fahrstühle von denen es zwar drei Stück gibt die aber sehr langsam und klein sind sodass meistens nur ein Senior mit Gehhilfe in einen Aufzug passt und es schon mal passieren kann das man mehr als 5 Minuten warten muss. Zur Anmerkung sollte noch gesagt werden dass das Gebäude in der Vergangenheit einmal ein Hotel war und auch einen solchen Eindruck macht und sehr nobel und schick daher kommt.

Anne kommt Ursprünglich aus der Nähe von Nürnberg aber ihre Familienwurzeln reichen noch weiter bis nach Prag auf der Seite des Vaters und nach Wien auf der Seite der Mutter. Über Annes Holocaustgeschichte konnte ich leider nur Erfahren das sie im jungen Teenageralter mit ihrer Familie erst nach England ausgewandert ist und dann später in die USA nach New York kam wo sie wohl auch überraschender Weise wieder viele ihrer Freunde aus der Heimat getroffen hat die ebenfalls nach New York ausgewandert sind. Eine Geschichte die Anne mir noch erzählt hat ist die das Prag für sie ein sehr besonderer Ort ist aus mehreren Gründen, zum einen weil ihre Familie dort her kommt, zum Anderen weil sie die Stadt unglaublich liebt und als die kulturell wertvollste Stadt Europas ansieht, sowie weil dort ihr Vater einmal von den Nazis ins Konzentrationlager nach Theresienstadt gebracht wurde und Hals über Kopf über Nacht aufgehängt wurde sowie gefoltert wurde und nach seiner Rückkehr nach Hause dann ein vollkommen anderer Mensch gewesen sein soll und kaum noch gesprochen hat.

Das Anne mir leider nur noch so wenig über ihre Vergangenheit erzählen kann liegt vor allem daran weil Anne leider ein mehr oder weniger großes Gedächnisproblem hat welches sich nach dem Tod ihres Ehemanns im letzten Jahr entwickelte und auch die Gespräche für uns manchmal sehr schwer macht. Denn man kann sich zwar so normal mit Anne unterhalten und ihr Fragen stellen und sie kann einem auch Dinge aus ihrer Vergangenheit erzählen aber es ist alles nur noch sehr begrenzt und ohne genauen Zeitraum sodass ich auch nicht weiß mit welchem Alter Anne wirklich Deutschland verlassen hat. Das Problem äußert sich aber auch noch auf eine andere Art und Weise indem Anne an manchen Tagen manchmal Probleme damit hat Informationen von mir zu speichern und zu behalten und mich somit fast jede Woche wieder fragt ob meine Familie den Englisch sprechen kann oder ob meine Familie Religiös ist?

Diese Art von Friendly Visiting hatte ich an sich zwar nicht erwartet aber es ist sehr spannend für mich da man Anne so ihre Probleme nicht an sieht und auch nicht bemerken würde wenn man sich nur 5 Minuten unterhält aber wenn man eine Stunde mit ihr verbringt dann kann man es schon merken. Das führte dann auch dazu das Anne und Ich anfang diesen Jahres unsere Besuche von jede Woche auf jede zweite Woche reduziert haben was sie zwar nicht gut fand aber leider nicht anders möglich war. Denn ich wollte Anne zwar immer noch besuchen aber jede Woche für eine Stunde fast wieder über die gleichen Dinge zu reden war schon sehr schwierig aber im Moment klappt nun alles sehr viel besser da man nach zwei Wochen mehr miteinander zu reden hat.

Als zweites möchte ich euch heute ein besonderes Friendly Visiting Paar vorstellen mit welchem ich nur durch einen sehr glücklichen Zufall zum Friendly Visiting kam nämlich Gloria und Charles.

Gloria und Charles sind ein seit über 50 Jahren verheiratet Ehepaar und sind Klienten bei DOROT im Main Office aber keiner der Beiden ist Holocaustüberlebender sodass sie eigentlich nicht für mich zum Friendly Visiting vorgesehen waren. Das es doch dazu kam ist dem glücklichen Zufall geschuldet dass das Main Office an einem Donnerstagmorgen im November meine Hilfe bei einem Escort einer Klientin nach Brooklyn hin und zurück per Taxi brauchte und genau diese Klientin war Gloria.

Gloria musste für einen Gerichtstermin für Charles nach Brooklyn und da sie gerade erst vor ein paar Wochen auf der Straße gefallen war wollte das Main Office das ich sie bei dem Termin begleite und sie an dem Donnerstag um 9 Uhr von zu Hause abholen sollte und zusammen mit ihr ein bestelltes Taxi nach Brooklyn nehmen sollte. Als ich dann an dem Donnerstagmorgen bei der Adresse von Gloria und Charles um 9 Uhr ankam klingelte ich und wurde auch herein gesummt während mir im Treppenhaus einige Anwohner über den Weg liefen. Als ich dann oben in der Wohnung ankam sollte ich aber erfahren das Gloria gerade eben erst die Wohnung verlassen hat und schon mit dem Taxi unterwegs nach Brooklyn ist, da kam bei mir natürlich die Panik auf. Ein paar Telefonanrufe später kam dann die zuständige Social Workerin vorbei und wir beschlossen dann nachdem wir beim Taxiunternehmen sicher gemacht hatten das sie abgeholt wurde und in Brooklyn angekommen war das ich mit der Subway ihr nachfahren werde und sie dort treffen werde. Da diese Geschichte sich noch schon im November ereignete war ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch ziemlich neu in New York und kannte mich noch nicht ganz so gut mit den ganzen Subways aus aber fand meinen Weg nach Brooklyn wo ich dann nach einer gefühlen Ewigkeit von Angst und Bange Gloria traf und sie wieder zurück mit nach Manhattan begleitet. In der Zeit die wir nach Manhattan zurück brauchten redeten wir beiden dann über uns und Gloria erzählte mir auch einiges von ihrem Mann Charles und sagte zu mir das er mich als Gast bei sich zu Hause lieben würde und ich die Beiden doch besuchen sollte. Nachdem ich dann von meinem Supervisior im Main Office das okay bekam besuchte ich dann Gloria und Charles zwei Wochen später das erste Mal als offizielles Friendly Visiting und seitdem besuche ich sie alle zwei Wochen wieder.

Ich bin sehr glücklich das dieser Zufall mich zu Charles und Gloria führte da die Beiden sehr nett und unglaublich interessant sind, denn sie kommt ursprünglich aus Kuba und ist Katholisch und Charles kommt aus der Bronx und ist Jüdisch was man als Ehepaar nicht alle Tage sieht und dann auch noch seit 50 Jahre verheiratet macht das Ganze nur noch um so erstaunlicher und sie sind eine willkommene Abwechselungen zu meinen anderen Friendly Visitings vor allem wenn Gloria mal wieder anfängt über ihre Vergangenheit zu reden und mir erzählt wie großartig Kuba doch war, aber das Fidel Castro es vollkommen zerstört hat und ihr Herz deswegen gebrochen ist. Charles ist da hingegen schon eher der ruhige Typ Mensch und überlässt Gloria gerne das Reden sobald sie mal wieder angefangen hat.

Als letztes möchte ich euch heute dann noch wieder von meinen Besuchen mit Sylvia besuchen die ich euch ja schon vor längerer Zeit vorgestellt habe als ich euch das Main Office erklärt habe und gerade erst frisch bei DOROT war.

Die Besuche mit Sylvia sind seit dem ich sie das erste Mal im Oktober besucht habe immer sehr schön gewesen und wir unterhalten uns immer jede Woche entweder über die Politik oder aber über den Geist des Menschen was sehr spannend ist, aber Ende Dezember nach Weihnachten als Sylvester vor der Tür stand und ich gerade Besuch von Anne und Lizzie hatte bei denen ich ja zu Weihnachten in Virginia war, hat Sylvia mir dann für zwei Wochen Sorgen bereitet als ich von ihr eine Mailbox Nachricht auf mein Handy bekam indem sie mir mit zittriger und schwacher Stimme erklärte das sie in der Nacht zuvor einen Schwächeanfall hatte und nun im Krankenhaus ist. In der selben Nachricht hat sie mir dann noch eine Nummer unter der sie im Krankenhaus erreichbar ist gegeben aber als versuchte sie anzurufen ging nur ein anderer Patient ran und Sylvia war wahrscheinlich schon wieder auf eine andere Station verlegt worden. Nach einer Nacht voller Sorgen in der ich dann nicht wusste was ich den so recht machen sollte rief sie mich dann noch einmal an und hinterließ mir noch einmal eine neue Nummer auf der ich sie dieses Mal erreichte und dann zu Mindestens für zwei Minuten mit ihr reden konnte da ihre Kraft zu mehr nicht reichte.

Zwei Tage später nach täglichen Telefonanrufen habe ich sie dann frisch im neuen Jahr im Krankenhaus besucht und bei ihr eine Stunde verbracht in der ich versuchte sie aufzumuntern und sie mir erklärte das die Ärzte festgestellt hätten das ihr Herz mittlerweile zu schwach für sie werde und daher der Schwächeanfall kam. Einen Tag später wurde sie dann glücklicherweise aus dem Krankenhaus entlassen doch schon einen Tag später rief mich Sylvia wieder an und es hatte sie schon wieder ins Krankenhaus verschlagen da sie wieder zu schwach zu Hause war und ihre Krankenpflegerin den Notarzt gerufen hatte. Das Sylvia überhaupt aus dem Krankenhaus gelassen wurde hin damit zusamm weil das Gesundheitssystem hier in den USA einfach nur unglaublich schlecht ist und die Versicherung von Sylvia sie nur für eine Woche im Krankenhaus lässt solange es den nicht lebensgefährlich für sie ist das man sie wieder nach Hause schickt. Das sie dann zwar einen Tag später schon wieder eingeliefert wurde und das wahrscheinlich teuerer ist als die eine Nacht zwischendrinnen ist da wohl der Versicherung egal und es geht hier ums Prinzip das die Versicherungen nur sehr wenig bezahlen.

So habe ich Sylvia dann in der Woche darauf wieder im Krankenhaus an einem Abend besucht und zusammen mit ihr zwei Stunden verbracht in der ich sie nach eigenen Angaben sehr aufgemuntert habe und ihren Appetit angeregt habe da während meines Besuchs auch das Abendbrot kam und sie immer besser mit Gesellschaft essen kann. Nach einer zweiten Woche im Krankenhaus kam Sylvia dann wieder nach Hause und schon bald ging es ihr dann wieder sehr viel besser. Ich bin sehr froh das ich diese zwei Wochen mit Sylvia durchstehen durfte und glücklicherweise alles gut ausging und sie jetzt nach einem Monat schon fast wieder die alte ist und wir uns wieder über die Politik und den Geist des Menschen unterhalten.

Friendly Visiting

Nachdem die letzten Wochen etwas ruhiger waren im Bezug auf meine Arbeit bei DOROT, möchte ich heute mein Versprechen aus meinem letzten Foto Set eingehen und wieder etwas über meine Arbeit schreiben, genau gesagt wieder das Friendly Visting, denn das hat es echt in sich.

Ich hatte euch ja schon vor vier Wochen von meinem ersten Besuch mit Sylvia berichtet und seitdem habe ich sie fast jeden Mittwoch wieder gesehen. Nachdem wir uns bei unserem ersten Treffen vor allem über die Vergangenheit von uns beiden unterhalten haben. Sind wir mittlerweile jede Woche eher bei intellektuellen Gesprächen angekommen. Da geht es bei uns beiden schon mal darum warum für den Menschen im Alter die Zeit immer schneller vergeht, als wenn er jung ist oder warum die Menschlichen Systeme immer so gebaut sind vom Menschen, das er sie selbst nach wenigen Jahrzehnten wieder zerstört.

Es ist erstaunlich wie fit Sylvia immer noch in ihrem Geiste ist dafür macht ihr allerdings ihr Körper zu schaffen, auch wenn sie für mich einen fitten Eindruck macht, schließlich habe ich schon wesentlich schlimmeres im Zivildienst gesehen, aber sie hat jede Woche mehrere Termine bei Doktoren und wenn sie sich mal am Tag vor unserem Treffen nicht so fühlt dann kann es auch schon mal ausfallen. Das schönste Erlebnis mit Sylvia war allerdings, als sie mich an einem Donnerstagabend angerufen hat als ich gerade am Busbahnhof in Manhatten stand und auf einen Freiwilligen aus Pittsburgh wartete. Sie hat mich am Telefon eingeladen mit ihr am Sonntag in einer Theaterstück zu gehen, dass in ihrem alten College wo sie selber früher zur Schule gegangen ist, aufgeführt wurde. Natürlich habe ich dann meine Karte selbst bezahlt, es waren ja nur 5$ Eintritt, da es nur ein Collegetheater ist, aber das sie an mich gedacht hat als sie die Werbung von ihrem College für das Stück bekam, war dann doch schon ein großes Kompliment für mich und außerdem war das Stück auch noch sehr interessant.

Desweiteren Besuche ich noch Felix ein Holocaust Überlebender, der auf der Upper West Side lebt wo auch DOROT ist und dieses Jahr schon seinen 94. Geburtstag gefeiert hat. Mit ihm hatte ich bis jetzt nur ein Treffen, aber seine Geschichte ist mehr als interessant.

Er kommt ursprünglich aus Polen und musste von dort flüchten als der Krieg begann. Da im Westen die Deutschen waren verschlug es ihn dann nach Russland, wo er später seine Frau kennen lernte und seine Karriere als Tänzer begann. Eigentlich wollte er Schauspieler werden, aber als er das in Russland zu den Leuten sagte, überzeugten die ihn davon, dass es zu viele Schauspieler gebe und er lieber ein guter Tänzer werden sollte, denn als Tänzer kann man immer eine Arbeit finden.

So wurde er also Tänzer und baute sich zusammen mit seiner Frau eine Tanzfirma auf mit der er später Kindern das tanzen lehrte und ihnen eine Hoffnung und Zukunft gab. Als er nach dem Krieg selbst wieder nach Polen zurück kehrte, war dort niemand mehr von seiner Familie und die Menschen sagten zu ihm nur das er lieber nicht dort bleiben sollte. So bereiste er mit seiner Frau zusammen, als Tänzer die ganze Welt, lernte unzählig viele exotische und lokale Tänze kennen und blieb dann am Ende in den USA hängen, als er hier zusammen mit seiner Frau in jüdischen Gemeinden jüdische Tänze lernte.

Das besondere an Felix ist, das er für sich selbst schon komplett mit seinem Leben abgeschlossen hat und so wie er es selber sagt nur noch darauf wartet von oben abgeholt zu werden. In der Zwischenzeit versucht er noch jungen Menschen wie mir etwas mit auf meinen Weg zu geben, indem er mir von seinem Leben erzählt und was für ihn das Leben ausmacht. Felix ist für mich ein sehr bewundernswerter Mensch, denn es ist erstaunlich wie klar er mit seinem Leben abgeschlossen hat und auch zufrieden ist. Auf jede Nachfrage ob er gerne etwas geändert hätte oder noch etwas gemacht hatte ist seine simple, aber doch tiefgründige Antwort nur: “Das war das Schicksal meines Leben.”

Als letztes möchte ich euch noch von meinen Treffen mit Betty und Fred berichten. einem Ehepaar, das wie Sylvia auch auf der East Side lebt und für mich ein Friendly Visiting ist, wie ich es mir vorher, als ich noch in Deutschland war am Ehesten vorgestellt habe.

Denn Fred der Ehemann von Betty hatte leider schon einen Schlaganfall und kann seitdem weder sprechen noch laufen, er hat eine eigene Pflegeschwester für sich und sitzt die meiste Zeit des Tages im Rollstuhl. Betty hingegen ist noch ziemlich fit, wenn auch schon etwas schwach und manchmal ein wenig müder, aber man kann sich noch super gut mit ihr unterhalten. Dieses Umfeld mit Fred und Betty war für mich das, was ich mir vor dem Beginn meines Friedensdienstes am Ehesten von meinen Besuchen mit den Überlebenden gedacht hatte, die Senioren schon wesentlich schwächer und auch mit mehr Gesundheitlichen Problemen. Dazu dann außerdem noch eine für meine Ohren schon fast unglaubliche Geschichte, denn Betty hat den Krieg wirklich von der schlimmsten Seite erlebt.

Ursprünglich kommt sie aus Ungarn und hatte deshalb, als der Krieg damals begann, auch nicht die große Sorge mit ihrer Familie zusammen zu flüchten, denn der Krieg war ja weit weg, aber er sollte dann schneller kommen als sie denken mochten.

Zusammen mit ihrer Mutter und ihren beiden kleineren Brüdern wurde sie nach Ausschwitz gebracht, dort angekommen wurde ihre Mutter mit den beiden kleineren Brüdern sofort vergast, was sie die erste Zeit selbst nicht glauben wollte, bis ihr es jemand sagte, dass sie ins Gas geschickt wurden. Ihr Vater hatte da mehr Glück, er wurde nach Deutschland in eine Arbeiterfabrik geschickt und konnte dort den Krieg durch die für damalige Verhältnisse guten Bedingungen überleben. Betty selbst verbrachte dann fast die gesamte Zeit in Ausschwitz den Krieg über wo sie zusammen mit einer Frau die sie ihre Tante nannte lebte. Kurz vor dem Ende des Krieges wurde dann ihre Tante auf einen Todesmarsch Richtung Bergen-Belsen geschickt und Betty mit dem Zug dorthin transportiert. Dort wurde sie dann auch Schluss endlich befreit und sogar ihre Tante hat den Todesmarsch überlebt, denn der Todesmarsch wurde von den Alliierten sogar früher als sie selbst befreit.

Sie lebte dann nach dem Krieg für sechs Jahre in Schweden ehe sie zu ihren Onkel und Tanten in die USA ging und das obwohl sie eigentlich lieber wieder nach Hause in Ungarn wollte, wo ihr Vater nach dem Krieg weiter lebte bis er vor wenigen Jahren dort starb.

Das sollen sie erst einmal für heute sein drei kleine Einblicke in meine Friendly Visitings und ich denke wie ihr jetzt wisst sind es ziemlich starke Treffen für mich, die mich meistens auch noch nach dem Treffen länger begleiten. Sei es weil man über etwas geredet hat das einen selbst zum Nachdenken bringt, wie mit Sylvia. Man nach dem Treffen denkt, wie Felix nur an seinem Lebensabend zu so einer ausgeglichenen Lebenshaltung gekommen ist oder man über die schreckliche Nazierfahrung von Betty nachdenkt und sich fragt, wie konnte sie nach so etwas noch weiter Leben wollen?

DOROT

Hallo alle zusammen.
Drei Wochen bin nun schon mittlerweile in New York und so langsam aber sicher kann man sagen das ich mich zu mindestens fürs erste Eingelebt habe. Es ist allerdings immer noch jeden Morgen erstaunlich, wenn man aufwacht und direkt auf das Empire State Building blickt und dann später auf die Straßen von New York heraus geht.
Doch heute wollte ich euch erst einmal ein wenig was über meine Arbeit bei DOROT erzählen, da ich dort mittlerweile schon einige interessante Aufgaben bekommen habe und noch einige weitere bekommen werde in den nächsten Wochen.
Er einmal zur Erklärung warum DOROT überhaupt DOROT heißt. DOROT ist ein jüdisches Wort und bedeutet übersetzt Generationen und bei DOROT helfen die Jungen Menschen den Älteren und die Älteren können außerdem in Treffen ihre Lebensgeschichten und Weisheiten an Junge Menschen weiter geben.

Das ist vor allem beim Main Office so, dem Büro wo ich einmal die Woche, am Mittwoch, arbeite und  dort dann an einem Tag zwischen drei und vier Holocaust Überlebende besuche, was hier als das sogenannte Friendly Visiting (Freundliches Besuchen) bezeichnet wird und man sich dann eine Stunde mit den Senioren unterhält über was man gerade Lust hat oder auch mal wenn sie Lust haben mit ihnen Spazieren oder Essen geht.
Dieses Friendly Visiting hatte ich diese Woche das erste Mal am Mittwoch und ich habe erst einmal für den Anfang diese Woche nur eine Senioren besucht. Ihr Name ist Sylvia und sie ist 84 Jahre alt und lebt auf der Upper East Side (das ist die rechte Seite neben dem Central Park, wo vor allem die reichen Menschen leben).
Sylvia und ihre Schwester haben als einzige aus der Familie zusammen den Holocaust überlebt und kommen ursprünglich aus der Nähe von Nürnberg. Ihre Eltern haben sie dann zusammen vor den Krieg nach England geschickt von wo aus sie dann später nach Israel gegangen sind. Von dort aus ist Sylvia dann weiter in die USA gekommen nach New York und hat hier, zuerst mit ihrem Mann gelebt, bevor sie sich später von ihm scheiden ließ, da er nicht wollte das sie etwas lernt am College, sondern seine Hausfrau sein sollte.
Die Stunde mit Sylvia war unglaublich interessant, ich hätte nicht gedacht das die Holocaust Überlebenden so offen sind, aber sie hat mir sofort alles über sich und ihre Vergangenheit im zweiten Weltkrieg erzählt was ich sehr spannend fand und auch gleichzeitig sehr beeindruckend, da es ihr nichts ausmachte mir von damals zu erzählen und mir auch Fragen beantwortete. Im Gegenzug dazu fragte sie mich einige Sachen darüber wie ich heute über Zeit von damals nach denke und was man in Deutschland heute über den zweiten Weltkrieg denkt. Ich versuchte ihr die Fragen bestmöglich zu beantworten, aber es fällt einem nicht gerade einfach wenn man mit einem Opfer dieses Krieges über solche Dinge redet. Eine spannende erste Stunde von hoffentlich vielen.
Desweiteren kann es manchmal am Mittwoch im Main Office sein, das ich  Senioren helfe beim Einkaufen oder koschere Mahlzeiten in der Upper West Side ausliefere wo DOROT gelegen ist, allerdings nur wenn wirklich Not am Manne ist. Denn das Main Office hat nicht nur die Friendly Visitings sondern bietet auch für Senioren viele Dinge an wie die Hilfe bei einkaufen, das Ausliefern von koscheren Mahlzeiten für jüdische Senioren und DOROT bietet außerdem noch ein Kursprogramm im Main Office an und über das Telefon in dem dann mehrere Senioren zusammen in einer Telefonkonferenz mit einem Lehrer zusammen geschaltet werden.

Das ist das Main Office aber es gibt ja auch noch das Obdachlosen Projekt von DOROT wo ich die restlichen Tage der Woche arbeite. Wie ich euch dort schon das letzte Mal berichtet habe, bin ich dort mehr das Mädchen für alles.
Aktuell ist es immer noch so wie vor 1 1/2 Wochen als ich dort noch nicht viel mithelfen konnte, aber noch viel lerne.
Mittlerweile ist es allerdings nicht mehr das Lernen des Grundablaufs dort, sondern viel mehr meine aktive Einarbeitung in die Abreiten am Telefon. Dort werde ich ab jetzt nämlich starten ehemalige Klienten von uns anzurufen um sie zu fragen wie es ihnen aktuell geht, ob immer noch alles gut ist in der neuen Wohnsituation und ob sie irgendwelche Ängste, Nöte oder Sorgen haben.
Desweiteren werde ich ab nächste Woche damit starten, auch sogenannte Referrals zu machen. Das sind Telefoninterview mit Menschen die bei uns anrufen um bei uns in unser Projekt zu kommen. Bei dem Referral fragen wir die Menschen einige Dinge ab und auch ziemlich persönliche Sachen, wie Krankheits-, Drogen- und Gefängnisgeschichte.
Ich bin sehr gespannt wie ich bei diesen Aufgaben schlagen werde und hoffe das ich auch die Menschen am Telefon verstehen kann.

So das soll es aber jetzt er einmal wieder gewesen sein von mir, doch eine Kleinigkeit habe ich noch.

Ab sofort habe ich oben im Menü einen weiteren Punkt eingebaut, der sich “Fotos” nennt. Dort habe ich für euch angefangen alle Foto Sets die hier im Blog poste auf eine Seite zusammen zu fügen. Leider sind es im Moment noch nur die ersten zwei Foto Sets von Philadelphia und New York die schon gepostet hatte, da mein Internet hier nicht ganz so schnell im Hochladen ist und es somit immer etwas dauert bis die Bilder da sind. Ich hoffe es wird mal schneller gehen.