Foto Set No.X

Das letzte Mal habe ich euch die Fotos von meinem Weihnachtsurlaub in Innisfree gezeigt, heute folgt die Sylvester Woche in New York:

Als erstes gibt es zwei Fotos vom Kochen im HPP das Ich zusammen mit Anne (der ASF Innisfree Freiwilligen) und Lizzie (ihrer Deutschen Kollegin dort) gemacht habe, da sie zusammen mit mir aus Innisfree nach New York gekommen sind um hier mit mir Sylverster erleben zu können und sie sich dann dazu bereit erklärten in meinem Projekt mitzuhelfen um es auch mal zu sehen und erleben zu können wie ich bei ihnen Innisfree erlebt habe. Zu Essen gab es Hühnchen geschnetzeltes mit einer Kokusnuss- Ananas Souce, sowie Reis und Gemüse dazu. Ich der eigentlich auch beim Kochen mithelfen wollte, wurde von meinem Supervisor und der Direktoren vom HPP mit anderen Dingen beschäftigt und kam somit nicht dazu beim Kochen zu helfen. Aber immerhin hatte ich dann noch die Möglichkeit bei Austeilen des Essens zu helfen und am Vortag hatte ich schon den Nachtisch eine Mousse au Chocolate gemacht

Einen Tag vor Sylvester habe ich dann noch mit Sebastian, einem anderem ASF Freiwilligen der in Pittsburgh sein Jahr verbringt, den Times Square besichtigt. Ich und Anne hatten schon vorher gesagt das wir uns das zu Sylvester nicht antun werden und so wollte ich immerhin einen Tag vorher mir mal anschauen, was die da alles so aufgebaut haben und ich kann sagten es war schon einen Tag vor Sylvester brechend voll. Immer diese ganzen Touristen, die nur für die Feiertage kommen! Danach sind Sebastian und ich noch ins Greenwich Village gefahren und haben uns dort die berühmte Christopher Street angeschaut.

Sylvester haben wir dann gemütlich in meinem Zimmer verbracht und uns im Fernsehen angeschaut, wie sich die Menschen am Times Square die Füße platt stehen nur damit sie einen winzigen Ball für eine Minute “fallen” sehen oder weil sie Lady Gaga sehen wollten. Um Mitternacht gab es dann für uns leider kein Feuerwerk, denn in New York gibt es das entweder nur im Central Park oder Downtown am East River, aus Sicherheitsgründen.

Dafür das wir dann Sylvester nicht gefeiert haben, haben wir uns am Neujahrstag schon recht früh wieder auf den Weg gemacht um uns Coney Island ganz südlich in Brooklyn anzuschauen, aber vorher mussten wir erst einmal eine Stunde mit der Subway fahren damit wir aus Manhatten bis nach Coney Island kamen. Coney Island ist eine Halbinsel mit Strand am Atlantic und war früher das Nickel Empire. Denn Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich dort mehrere Freizeitparks aufgebaut, die für einen Nickel (5 Cent) einem eine Fahrt anboten und dadurch kamen im Sommer tausende von Menschen, die sich entweder in den Freizeitparks amüsiert haben oder am Strand sich sonnten und badeten. Heute haben die meisten Parks in Coney Island geschlossen und es ist mehr ein zwischen Ding aus Geisterstadt, noch geöffneten Freizeitparks und neuen Gebäuden.

Das Besondere an Coney Island am 1. Januar war, das es dort das sogenannte Polar Bear (Eisbär) Schwimmen gab. Das heißt jeder der am 1. Januar ein kühles Bad in den Fluten des Atlantik nahm bekam eine Urkunde und ein Polar Bear Handtuch, als Beweis das er am Polar Bear schwimmen teilgenommen hat.

Mit diesen vielen Informationen lasse ich euch heute mal auf “nur” 63 Fotos los:

Give Away Day and the Bronx

So langsam wird es nun auch in New York kälter. Waren es die letzten Wochen immer noch um die 10° warm, sind es nun auch bei uns hier um die 0° am Tage und in der Nacht fängt es an zu frieren. Vielleicht können wir ja in New York doch noch ein weißes Weihnachten erwarten, allerdings werde ich das nicht miterleben, denn zu den Weihnachtstagen werde ich meinen erste Reise antreten.

Es wird für mich nach Innisfree in Virginia gehen, wo die Freiwillige Anne von ASF arbeitet und zusammen mit behinderten Menschen lebt. Ich und Lena, eine weitere Freiwillige aus New York, werden dort für die Weihnachtstage sein und danach wieder zusammen mit Anne nach New York fahren wo wir dann New Years Eve erleben werden.

Aber bis es soweit ist möchte ich euch heute mal wieder von meiner im HPP bei DOROT berichten, denn dort gab es in dieser Woche einige spannende Dingen zu tun.

Da wäre am Montag zum Beispiel am Montag der Give Away Day, den wir einmal im Monat am ersten Montag im HPP machen und dabei Lebensmittel und Kleidung an sowohl unsere aktuellen Klienten ausgeben, als auch unsere After Care Klienten, die mittlerweile schon wieder in einem eigenen Zimmer oder Apartment wohnen.

Der Tag beginnt für mich dann immer am Montag um 9:30 Uhr und beginnt erst einmal damit unseren Community Room für den Give Away Day herzurichten. Da heißt es die Tische so hinstellen das wir die Lebensmittel und Kleidung später dann darauf legen können und mit den Klienten dann das Angebot durchgehen können. Außerdem muss ich alle Spenden die wir im Laufe des Monats bekommen haben und für den Give Away Day in unseren Büros und Keller aufbewahrt haben in den Community Room bringen und dann damit anfangen alles herzurichten.

Zu diesem Zeitpunkt kommt dann meistens auch schon Mrs. G, die den Give Away Day organisiert und leitet, sowie Jesus der zusammen mit mir später aufpasst das sich niemand unerlaubt einfach etwas von den Tischen schnappt, obwohl noch nicht dran ist oder aber schon dran war und noch mehr möchte. Sowohl Mrs. G als auch Jesus sind ehemalige Klienten von unserem Programm und somit selbst After Care Klienten, aber sie wollen aus Dankbarkeit dem HPP noch als Freiwillige helfen.

Um 12 Uhr wenn dann alles fertig hergerichtet ist und seinen Platz gefunden hat, fängt Mrs. G damit an die aktuellen Klienten als erstes durch das Angebot zu führen und um 1 Uhr sind dann auch alle anderen dran. Dabei kann es dann in unserem Community Room schon ganz schön voll und laut werden, wenn manchmal bis zu 15 Leute gleichzeitig da sind und darauf warten dran zu kommen und sich in der Zwischenzeit mit anderen Klienten unterhalten die sie kennen. Aber es macht immer Spaß den man sieht und lernt dadurch viele andere Gesichter kennen, die früher auch im HPP gelebt haben und jetzt immer wieder dankbar zum Give Away Day kommen.

Zwischen 3 und 4 Uhr sind dann meistens alle Klienten da gewesen und auch die letzten Kartoffeln, Orangen oder Erdberren haben einen glücklichen Besitzer gefunden, sodass meine Aufgabe dann nur noch darin besteht den Community Room wieder aufzuräumen und in seinen Urzustand zurück zu versetzen.

Heute gab es dann für mich noch eine spezielle Aufgabe für mich, denn ich sollte zusammen mit Abe eine Katze für Gretchen, die Direktoren des HPP, in die Bronx bringen. Dort war gerade eine unsere After Care Klienten in ihre eigenes neues Apartment gezogen und da sie dort wo sie vorher gelebt hatte kein Haustier haben durfte, wollte sie nun natürlich sofort jemanden um den sie sich kümmern kann in ihren eigenen vier Wänden.

Simone, die Katze, die wir in die Bronx gebracht haben, hat nämlich für die letzten Wochen bei uns im HPP gelebt und für ein paar Wochen habe ich mit ihr zusammen auch mein Büro geteilt. Das wir auch Katzen bei uns aufnehmen und für sie ein neues zu Hause suchen ist das Hobby von Gretchen und meistens sind die Tiere gerade erst ein paar Monate alt und kommen aus Tierheimen zu uns, damit Gretchen sie dann an neue Besitzer weiter vermitteln kann.

In die Bronx sind ich und Abe (Abe ist auch ein After Care Klient der in dem selben Haus wie das HPP wohnt und uns als Hausmeister aushilft) mit dem Taxi gekommen, da wir Simone bei uns hatten und noch ein paar Sachen für sie damit die Klienten erst einmal nichts neu kaufen muss für sie.

Zurück mussten wir dann mit Bus und Bahn kommen, wobei ich ein bisschen was von der Bronx sehen konnte, die zu mindestens am Tage nicht so schlimm ist, wie es ihr Ruf vermuten lässt.

Es ist der Stadtteil in dem die meisten Bewohner Schwarz sind und alles sehr einfach und teilweise auch ein bisschen herunter gekommen aussieht. Von daher machte es wahrscheinlich auch für die meisten den Eindruck wie aus einem Gangsterfilm, aber es ist eigentlich ein Stadtteil für die einfache Bevölkerung. Trotzdem würde ich mich lieber nicht in der Nacht in die Bronx verirren, denn dann macht sie vielleicht schon eher ihrem Ruf alle Ehre.

P.S. Es gibt noch ein paar mehr Fotos vom Give Away Day und ein weiteres aus der Bronx die ich an das Foto Set No. VIII angehängt habe zum Anschauen.

Kosher Cooking 101

Diese Woche hatte ich die große Ehre, das ich bei uns im HPP (dem obdachlosen Projekt von DOROT) kochen durfte.

Wie ich euch schon geschrieben habe, gibt es im HPP jeden Abend Dinner für unsere aktuellen Klienten und auch die ehemaligen Klienten (Aftercare Klienten), wenn sie den kommen. Normalerweise werden bei diesen Dinners einfache Frozen Meals (gefrorene Mahlzeiten) für die Klienten im Ofen warm gemacht und ihnen dann serviert. Diese Frozen Meals kann man sich wie Flugzeugessen von der große der Portion und dem Geschmack vorstellen, aber es macht immerhin die Leute satt. Dabei reicht die Palette an Auswahl von Truthahn oder Lachs Burger, Hackbraten, Fleischklöße mit Spaghetti, Ravioli bis zu dem All Time Favorit der Klienten Hühnchen Brust oder Keule. Manchmal kann es sein das wir all diese Gerichte und sogar mehr zur Auswahl haben, das ist meistens dann der Fall, wenn wir gerade eine Lieferung bekommen haben, aber wenn es zum Ende des Monats hin geht, dann können auch schon mal nur noch drei oder vier Gerichte zur Auswahl übrig sein.

Das ist die Art und Weise von Dinner, die unsere Klienten jeden Tag bekommen, außer am Donnerstag, da gibt es immer ein besonderes Essen. Denn am Donnerstag kommt nicht nur ein Freiwilliger um die Tische zu decken und die Frozen Meals zu machen. Nein dann kommt auch noch extra ein weiterer Freiwilliger oder auch mal gerne zwei, die dann ein frisch gemachtes Essen an dem Abend kochen. Dabei sind manche von den Freiwilligen richtige Köche oder wie ich einfach jemand der gerne kochen mag und die Klienten daran teilhaben lassen will.

Dadurch das Donnerstags immer frisch gekocht wird, kommen dann auch immer mehr ehemalige Klienten zu dem Essen und es können manchmal bis zu 30 Leute in unserem kleinen Gemeinschaftsraum werden.

Ich habe diesen Donnerstag für unsere Klienten einen Deutschen Kartoffel Eintopf gekocht, so habe ich ihn zu mindestens genannt. Denn eigentlich kommt das Rezept, wenn man es denn überhaupt Rezept nennen kann, von der Werkwoche im Zivildienst 2010, als wir Zivildienstleistenden alle zusammen gekocht haben und dabei an einem Tag dieser Kartoffel Eintopf bei raus kam.

Im Grunde genommen ist er ganz simpel zu machen. Man brauch nur Kartoffeln, jede Menge Gemüse und ein wenig Hackfleisch das man vorher anbrät und dann später zum Eintopf dazu gibt. Schon hat man einen riesigen Topf mit jede Menge leckerem Gemüse und auch noch etwas Fleisch, für die Fleischfresser unter uns.

Doch ganz so einfach sollte es diesmal für mich nicht werden, denn dadurch dass das HPP zu DOROT gehört und DOROT eine jüdische Organisation ist heißt es auch bei uns in der Küche, koscher Kochen.

Koscher kochen klingt im ersten Moment eigentlich ganz simpel: Man darf beim Essen kein Fleisch und keine Milch miteinander mischen doch so einfach soll es dann nicht bleiben.

Denn zu dieser Regel kommt noch das Schweinefleisch auch nicht koscher ist. Wenn man gerade Milch getrunken hat oder Fleisch gegessen hat darf man für zwei bis sechs Stunden nicht das andere Verzehren. Die Dauer der Zeit, wie lange man das andere nicht verzehren kann kommt darauf an, wo man sich in der Welt befindet, ein System das ich auch nicht verstanden habe. Und wenn man es ganz und gar koscher haben will dann kauft man nur Produkte die auch einen offiziellen Koscherstempel haben. Diesen dürfen nur bestimmte Rabbiner ausgeben, die sich vorher die komplette Produktion des Produkt anschauen, danach die Produktion segnen und damit sicherstellen das die Produktion koscher abläuft und gesegnet ist. Beim Schlachten von Tieren geht das sogar soweit, dass immer ein Rabbiner dabei anwesend sein muss und all diese Dinge machen koscheres Essen unglaublich teuer.

Zu meinem Glück ist das HPP aber nicht so koscher, das ich alles koscher kaufen musste, sonder nur das Fleisch und das bekam ich beim Koscher Market Place. Dort bezahlte ich dann für sieben Pfund koscheres Hackfleisch 43$ was umgerechnet rund 32€ sind.

Das Ende vom Lied war, der Deutsche Kartoffel Eintopf hat allen Klienten und auch meinen Kollegen super gut geschmeckt, auch wenn es in diesem Fall eher eine Suppe war und ich soll auf jeden Fall wieder kochen, an einem Donnerstagabend.

Ich hoffe ich konnte euch damit mal einen kleinen Einblick in meinen aktuellen Alltag gewähren und auch ein bisschen was vom jüdischen Alltag zeigen.

Nächste Woche steht dann alles im Zeichen des Truthahns und dem großen Amerikanischen Fest Thanksgiving.

New York

Nun habe ich es also endlich geschafft ich bin in New York angekommen.
Nach dem ersten Seminar in Hirschluch und nun dem zweiten Seminar in den USA hier in Philadelphia, habe ich endlich mein Projekt und meine neue Heimatstadt für ein Jahr erreicht.
Es ist hier super interessant in New York und die erste Woche verging nur so im Fluge. Sicherlich hat zwar jeder von uns schon einmal New York im Fernsehen und in Filmen gesehen und dadurch erkennt man dann auch einige Orte wieder, aber nun selbst in dieser Millionenstadt zu laufen hat schon etwas ein wenig unwirkliches.

Viele Dinge die man sonst halt nur aus dem Fernsehen und Filmen kennt, sind auf einmal direkt vor einem und man kommst aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Ich habe unter anderem in den ersten Tagen jetzt hier natürlich gleich erst einmal mir den Broadway zweimal angeschaut, einmal bei Tag und einmal bei Nacht, sowie einen kleinen Teil des Central Park zu mehr reichte die Zeit leider bis her noch nicht, doch schon diese Orte reichten um einen komplett von den Socken zu hauen.
Der Broadway ist schon am Tage erstaunlich, aber wenn es dann Nachts ist kommt man sich immer noch wie am Tage vor, da es immer noch so hell ist wie am Tag, so sehr scheinen einem die Werbereklamen entgegen.
Der Central Park ist da hingegen genau das Gegenteil, wenn man erst einmal weit genug drin ist hat man auf einmal die Ruhe pur und man weiß nur noch durch die Hochhäuser an den Rändern des Parks, das man eigentlich immer noch in einer Großstadt ist.
Ansonsten macht aber natürlich auch der gesamte Rest der Stadt einen riesigen Eindruck auf mich. Es ist spannend morgens jetzt immer mit der U-Bahn zu fahren und morgens aus dem Gebäude zu kommen und festzustellen das man immer noch in New York ist und nicht plötzlich wieder zu Hause.

Aber auch ein paar Worte über die Arbeit möchte ich noch verlieren, auch wenn es dort bis jetzt noch nicht so viel zu schreiben gibt, da ich jetzt erst einmal in der Einarbeitungsphase bin und dann bald an meine normalen Aufgaben heran geführt werde.
Für die ersten zwei Wochen werde ich jetzt erst einmal nur im Obdachlosen Projekt von DOROT sein und dort starten. In der dritten Woche wird es dann auch immer Mittwochs im Main Office los gehen, wo ich dann Holocaust Überlebende besuchen werde.
Die Arbeit im Obdachlosen Projekt ist sehr interessant für mich, da wir bei uns nur 14 Betten haben für Klienten und man somit schnell die Klienten sehr persönlich kennen lernt. Außerdem sind alle Klienten von uns über 55, da wir ein Projekt für ältere Obdachlose sind.
Die Gründe warum unsere Klienten obdachlos geworden sind, sind vielfältig und reichen von plötzlicher Arbeitslosigkeit bis zu dem Tod des Ehepartner der alleine auf dem Vertrag für die Wohnung stand, sodass der Partner plötzlich aus der Wohnung muss.
Für den Anfang werde ich jetzt abends bei den Dinners dabei sein und lernen wie die Abende laufen und am Tage werde ich langsam in meine Aufgaben eingearbeitet, die jetzt am Anfang vor allem noch sehr klein sind aber schon bald größer werden dürften.
Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen ersten Eindruck bieten in meine neue Situation hier in New York und euch wissen lassen das es mir gut geht hier, bis demnächst alle zusammen.

P.S. Die beiden Bilder hier im Artikel sind mein Ausblick aus meinem Zimmer in Manhatten und das große Gebäude ist das Empire State Building, das aktuell noch größte Gebäude in New York.