Shabbat Service in der Synagoge

Dieses mal möchte ich euch in meinem Blogeintrag davon berichten wie ich zusammen mit Anne von meinen Friendly Visitings an einem Samstagmorgen bei einem Shabbat Service in ihrer Synagoge war.

Wie das Shabbat Dinner von welchem ich euch vor einigen Wochen berichtet habe, ist der Shabbat Service ein weiterer Teil der Tradition für die Juden die sie am Shabbat haben und vergleichbar ist mit dem Gottesdienst bei uns am Sonntag in der Kirche nur das er in diesem Falle am Samstagmorgen stattfindet.

Der Shabbat Service mit Anne zusammen war in dem Sinne für mich besonders da ich zwar schon einmal in einer Synagoge war aber noch nie während eines Dienstes und ich außerdem in diesem Fall auch noch mit Anne meine persönliche Erklärerin an der Hand hatte die mir viele der Vorgänge während des Dienstes erklären konnte. Was mir wahrscheinlich als erstes immer im Kopf bleiben wird ist wie lang der Shabbat Service doch ist im Gegensatz zu einem Gottesdienst und das ich nur die letzten zwei Stunden da war da Anne wusste das ich es sonst nicht durchstehen würde, denn auch wie bei Shabbat Dinner wurde aus beim Service alles in Hebräisch gesprochen sodass Anne immer versuchte mir in der Tora zu zeigen wo wir gerade waren und ich dann die Englischeübersetzung mitlesen konnte.

Was ich sehr besonders am jüdischen Glauben finde ist das sie jede Woche im Dienst ein Stück der Tora (Bibel) lesen und dadurch einmal im Jahr das Komplette alte Testament lesen und sich immer wieder mit dem Geschichten auseinander setzen. Zwar werden auch in der Kirche Ausschnitte aus der Bibel gelesen aber im Jüdischen hat es meiner Meinung nach doch sehr viel mehr Sinn da man immer fortsetzend liest und somit an das gelesene der Vorwoche anschließt und außerdem auch dazu kommt einmal im Jahr alles zu lesen. Ich frage mich wie viele christliche Menschen die gesamte Bibel gelesen haben und sich mit ihr wirklich auseinander gesetzt haben?

Etwas das sowohl gleich in der Synagoge als auch in der Kirche bei einem Dienst ist, ist das man in einem Gebet für die Kranken und Notleidenen Menschen betet dazu kommen aber auf der anderen Seite auch noch Gebete für die Gemeinschaft und ganz besonders auch für das Land und die Regierung Israels was wir in diesem Zusammenhang nicht haben und kennen.

An dem Shabbat Dinner zu dem Ich mit Anne gekommen war gab es dann aber auch noch eine ganz besonderen den ich durfte miterleben wie ein Junge seine Bar Mitzwa an eben jenem Samstagmorgen hatte und somit das erste Mal vor der Gemeinde aus der Tora lesen durfte und somit zum Erwachsenen wurde. Die Bar Mitzwa wird im Judentum entweder am 13. Geburtstag bei Jungen begangen oder bei Mädchen am 12. Geburtstag und sind vergleichbar mit der Konfirmation nur das sich der Tag an dem dieses Ereignis beganen wird im Judentum nach dem Geburtstag richtet und nicht wie im Christlichen einmal im Jahr im Frühling alle Jugendlichen eines Jahrgangs zusammen konfirmiert werden in der Gemeinde und somit die Feierlichkeit sehr viel persönlicher für die Jugendlichen ist da sie alleine an diesem Tag die Bar Mitzwa feiern und die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde auf sie gerichtet ist.

Nach dem Dienst selbst gab es dann noch in der Synagoge ein Essen welches in diesem Fall von der Familie des Bar Mitzwa Jungen gestellt wurde und jede Woche nach dem Dienst stattfindet was auch für mich neu war und einen sehr guten Ausklang aus dem Dienst für mich bot da ich so noch einmal Zeit hatte in Ruhe mit Anne über den Dienst zu reden und sie mich auch noch dem Rabbiner der Synagoge vorstellte.

Es war interessant einen Shabbat Service zu sehen und somit der Religion des Judentums näher zu kommen, denn zwar weiß man normalerweise vieles als Deutscher über den 2. Weltkrieg und den Holocaust aber bis jetzt war für mich die Religion selbst weswegen all diese Mensche von den Nazis im 2. Weltkrieg getötet wurde doch recht blass geblieben und ist mir jetzt sowohl nach dem Shabbat Service als auch dem Dinner näher gekommen und man versteht mehr und geht persönlicher mit dem Thema um was ich denke ich auch eventuell im Unterricht an den Schulen in Deutschland fehlt.

Denn zwar haben wir all diese Unterrichtsstunden in der Schule über Jahre in denen über den 2. Weltkrieg, Deutsche Geschichte und das ganze Elend gesprochen wird aber für mich persönlich war nicht immer wirklich klar warum den nun gerade die Juden getötet wurde bzw. was sie anders gemacht haben soll von anderen Menschen und nun kann ich sagen dass das Judentum und das Christentum sich zwar unterscheiden aber doch auch ähnlich sind und wenn man es genau nimmt ja sogar das Christentum aus dem Judentum entstanden ist was die Verbrechen der Nazis jetzt noch unlogischer und verrückter für mich machen.

Shabbat Dinner

Heute möchte ich euch von einem meiner Erlebnisse an diesem Freitag berichten welches sehr interessant für mich war und zwar war ich das erste Mal in meinem Leben zu einem Shabbat Dinner eingeladen.

Die ASF Freiwillige aus dem American Jewish Comimittee (AJC)  hatte uns Freiwilligen gefragt ob wir gerne an einem Shabbat Dinner teilnehmen würde und so organisierte sie es dann nun für diesen Freitag das sowohl alle New Yorker ASF Freiwilligen als auch ein paar Freiwillige aus anderen Städten die an diesem Abend auch zu besuch in der Stadt waren zu mehreren einzelnen Shabbat Dinnern eingeladen wurden welche jeweils von Freiwilligen des AJCs aus dem Young Leadership Program organisiert und gehostet wurden.

Das besondere daran war das die Freiwilligen des Young Leadership Programs selbst noch meistens in ihren 20ern sind und somit das Shabbat Dinner dementsprechend locker wurde aber man trotzdem einiges über denAablauf eines Shabbat Dinners und der Tradition dahinter gelernt hat. Das Shabbat Dinner selbst leitet den Shabbat ein den Ruhetag für die Juden bzw. was wir in Deutschland aus dem Christlichen Glauben als den Sonntag kennen nur das es für die Juden der Samstag ist und dann noch einmal besonderer Weise in der Jüdischen Zeitrechnung der Samstag schon am Freitagabend beginnt, denn für die Juden beginnen die Tage immer mit dem Sonnenuntergang und nicht etwa um 12 Uhr oder dem Sonnenaufgang sodass der Shabbat im Laufe des Jahres immer zu unterschiedlichen Zeiten beginnt was auch dazu unter anderem führt das DOROT z.B. im Winter am Freitag eine Stunde eher um 3 Uhr schließt da die Sonne früher untergeht und im Sommer erst um 4 Uhr schließt da die Sonne dann später untergeht.

Aber wieder zum Shabbat Dinner selbst. Wie ich schon geschrieben habe waren unsere Gastgeber alle selbst noch sehr jung und nahmen es daher auch mehr oder weniger sehr locker mit den Traditionen des Shabbat Dinners war und drei Deutschen die wir waren die Möglochkeiten gab das Ganze sehr viel lockerer anzugehen und wir uns keine Sorgen machen mussten etwas falsches zu machen bzw. wichtige Regeln zu brechen aber wir auch immer wieder nachfragen konnten.

Unser Shabbat Dinner begann damit das eine der beiden Frauen die Shabbatkerzen entzündete und einen Segensspruch sprach. Danach über nahm dann der Mann der Runde und folgte mit einem Friendensgruß sowie einigen Versen aus dem Buche Genesis welche sich dieses Mal aber sehr komisch für mich und die anderen Freiwilligen anhörte da er alles im klassischen Herbräisch sagte und wir somit nur Bahnhof verstanden und es sich fast mehr wie ein Rhytmischer Gebetsgesang anhörte anstatt einer Sprache aber ich denke wenn man Menschen in der Kirche beten hört und deren Sprache nicht spricht hört es sich ähnlich komisch an wie für uns das Hebräisch.

Danach wird dann der Wein gesegnet und ein Sabbatsegen gesprochen der an die Schöpfung erinnern soll und nachdem der Wein dann getrunken wurde ging es daran sich die Hände zu Waschen und sich damit Symbolisch zu reinigen. In unserem Falle haben wir Wasser drei Mal über unsere Hände als Symbol gegossen und uns danach wieder ganz simpel die Hande abgetrocknet. Zum Schluss wurde dann noch das Brot gesegnet und mit Salz bestreut und gegessen und damit war bei uns auch schon der traditionelle Teil des Shabbat Dinners vorbei.

Es war sehr interessant dieses Erlebnis einmal selbst mitzumachen und nach den Essen haben wir uns dann noch mit unseren Gastgebern lange den Abend über unterhalten über uns, unsere Organisation, was uns dazu antrieb diesen Dienst zu machen und was wir selbst als Deutsche von uns denken bzw. mit welchen Gedanken und Hoffnungen wir hier her für das Jahr gekommen sind.