1 Jahr, 366 Tage, 8784 Stunden

Nun geht also die lange Reise für mich los, ein Jahr zusammen mit Aktion Sühnezeichen werde ich nun also in New York leben und dort bei meinem Projekt DOROT helfen obdachlosen Senioren eine bleibe zu bieten und sie wieder in eine Wohnsituation zu bringen. Außerdem werde ich einmal die Woche ehemalige Bewohner von uns besuchen, um zu sehen ob es ihnen gut geht und um ihnen ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit in dem hektischen Treiben von New York zu schenken.

Ich weiß noch genau wie ich das erste Mal überhaupt auf die Internetseite von Aktion Sühnezeichen gekommen bin und mich sofort in die Möglichkeit eines Friedesdienstes für ein Jahr im Ausland zu machen verliebt habe.

Damals war ich noch als Zivildienstleistender im Marienkrankenhaus von Hamburg und hatte gerade meine ersten zwei Monate auf meiner Station der Med.3 rum. Allein schon in dieser Zeit habe ich gemerkt wie viel Spaß mir doch die Arbeit macht mit Menschen und wie viel sie einem doch wieder gibt. Zwar gab es dort auch anstrengende Tage, wie bei jeder Arbeit, doch wenn ein Patient sich dann bei einem bedankt hat für die Hilfe,hat das all die Mühen wieder vergessen gemacht.

Das war im Januar 2010. Da ich leider damals die Bewerbungsfrist für den Herbst 2010 knapp verpasst hatte und die Vorbereitungsseminare schon in Berlin liefen, hatte ich mich damals entschlossen, mich für den Herst 2011 zu bewerben.

In der Zwischenzeit habe ich noch viel erlebt. Nicht nur das ich meinen Zivildienst im Hamburger Marienkrankenhaus geleistet habe, mit dem Projekt “Zivis für Kinder in Serbien” durfte ich dann im Sommer 2010 auch noch für drei Wochen mit 12 weiteren Zivis zusammen für drei Wochen nach Serbien fahren. Dort haben wir für drei Wochen in zwei Flüchtlingslagern gelebt, die durch die Balkankriege in den 90ern entsanden sind und haben für die Flüchtlingskinder dort täglich Spiel und Sport Aktivitäten angeboten. Die Freude die wir dafür von den Kindern zurück bekommen haben war für mich noch einmal ein ganz besonderer Abschluss meines Zivildienstes.

Nach dem Zivildienst bin ich dann für ein weiteres Jahr in Hamburg geblieben, um mich durch zwei Praktika in der Arbeitswelt zu orientieren. Doch in dieser Zeit galt es nicht nur Praktika zu machen, sondern auch mich bei Aktion Sühnezeichen zu bewerben. Nachdem ich mich Ende Oktober bei Aktion Sühnezeichen beworben hatte, gab es dann Anfang Januar die Einladung zum Auswahlseminar im Februar in dem kleinen Dorf Werneuchen in der Nähe von Berlin.

Dort kamen dann zu vier Auswahlseminaren über 300 Bewerber in die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein und lernten dort innerhalb eines Wochenendes Aktion Sühnezeichen kennen und Aktion Sühnezeichen uns. Jeder fragte sich nach welchen Kriterien die Freiwilligen wohl ausgesucht wurden und was man richtig oder falsch machen konnte an diesem Wochenende, wenn man den überhaupt etwas falsch machen konnte.

Am 4. März bekam ich dann meine Zusage für einen Friedensdienst mit Aktion Sühnezeichen und ich kann mich auch jetzt noch sechs Monate danach an den Moment erinnern, als ich die E-Mail lass, in der Stand das ich für ein Jahr nach New York gehen würde und dann auch noch in mein Wunschprojekt, welches ich mir auf dem Auswahlseminar als erstes gewünscht hatte.

In den sechs Monaten seit der E-Mail ist dann noch so einiges passiert, neben dem Praktikum, wollte die Wohnung in Hamburg gekündigt, ausgeräumt und wieder weiß werden, sowie die Suche nach Spendern für das Jahr mit Aktion Sühnezeichen. Die Menschen die mich alle für ein Jahr lang unterstützen, damit ich dieses Jahr in New York erleben kann und das möchte ich euch mit diesem Blog zurück geben.

Ich hoffe das ich viel erleben werde, wovon ich euch Berichten kann, viele Bilder für euch schieße die dann auch mit in diesen Blog kommen und das ich die Zeit dazu finden werde mein Versprechen auch einzuhalten.

Aber nun heißt es erst einmal wieder für mich zu dem Einführungseminar von Aktion Sühnezeichen fahren in Hirschlund, auch einem kleinem Dörfchen in der Nähe von Berlin und am 9. September geht es dann rüber mit dem Flugzeug in die USA nach Philadelphia wo wir auch noch ein Seminar haben werden, in dem wir die USA kennen lernen, sowie ein Wochenende bei Gastfamilien. In die Projekte geht es dann morgens am Montag, den 19. September.

Ich hoffe ich finde bald wieder die Zeit hier zu schreiben und ein paar Impressionen zu geben bis dahin

euer

Marcel